Reststücke von Amethyst, Japser, Achat und Quarz für Lichtquellen

Alfonso Martinez Brianza: Kollektion „Lox“.Alfonso Martinez Brianza: Kollektion „Lox“.

Alfonso Martinez Brianza, Produktdesigner aus Uruguay, findet Verwendungen für Überbleibsel von Halbedelsteinen

Stein und Licht ist eine Kombination, die in unendlich vielen Varianten durchgespielt ist, angefangen von Steh- oder Hängelampen bis hin zu superdünnen Scheiben bestimmter Sorten, die dann durchscheinend werden und dekorativ ihre Adern leuchten lassen. Eine ganz neue Variante dazu hat der Produktdesigner Alfonso Martinez Brianza entwickelt: Er setzt Lampen in Hohlkörper mit einem Steinrand ein und lässt diese ein besonders gefärbtes Licht abstrahlen beziehungsweise an den dünnen Stellen ihrer Außenhaut dekorativ leuchten.

Das Ursprungsmaterial sind eigentlich Abfallstücke aus der Gewinnung von Halbedelsteinen. Uruguay hat einen bedeutenden Wirtschaftszweig dafür, namentlich geht es um Amethyst, Japser, Achat und Quarz. Sie entstanden ehemals unter großem Druck und in großer Hitze im Inneren der Erde und kamen später mit Vulkanismus in die Gegend um die heutige Landeshauptstadt Montevideo.

Bei der Kollektion „Lox“, wie Brianza seine Lampen genannt hat, wurden vorher die Brocken mit dem Halbedelsteinen durchbohrt. Aus den Bohrkernen werden danach zum Beispiel Kugeln oder andere Dekorationsobjekte gemacht.

Alfonso Martinez Brianza: Kollektion „Lox“.Alfonso Martinez Brianza: Kollektion „Lox“.

Brianza hat eigentlich die Halbedelsteine im Blut, sozusagen: sein Großvater Washington verwendete sie für Schmuck, und der Designerenkel erzählt, dass er beim Besuch beim Opa immer in dessen Werkstatt lief, um zu sehen, was es dort Neues gab.

Als Kind absolvierte er Kurse und Workshops, um danach Produktdesign an der Universität Uruguay zu studieren. 2017 gründete er mit Cecilia Casafúa das Studio Tosca mit Fokus auf kleinen Alltagsgegenständen für Tisch und Küche, die ihre Wirkung aus den Farben und Adern der Steine bezogen.
2019 studierte er Schmuckdesign an der Pedro Figari School in Montevideo und kam damit in der Familiengeschichte an.

Es folgte eine Analyse der Möglichkeiten, die in den Abfallstücken der Halbedelsteine steckten, und 2022 wurde er mit seinen Prototypen zur Ibero-American Design Biennial in Madrid und 2023 zum Salone Satellite auf dem Salone del Mobile in Mailand eingeladen.

Kennzeichen seiner Gestaltiung ist, dass er die nur den 3 unterschiedlichen Lampenfüßen aus Metall die Form gibt; die Leuchten selbst lässt er ganz unbehandelt. Insofern sind sie weniger als Lichtquellen zu verstehen, denn als Licht-Skulpturen für die Raumgestaltung.

Normalerweise werden seine Rohstücke verwendet, um die Fundamente von Neubauten zu verfüllen.

Estudio Brianza

Fotos: Estudio Brianza

Alfonso Martinez Brianza: Kollektion „Lox“.Alfonso Martinez Brianza.

(25.10.2023)