Das französische Startup Malàkio macht aus Muschelschalen mit Steinmehl und Zuschlagsstoffen einen Kunststein, der ohne Hitze oder Druck aushärtet

Malàkio: „Istrenn“. Malàkio: „Istrenn“.

Wir schauen immer wieder in andere Branchen, um zu lernen, wie es dort um die Megatrends der Wirtschaft bestellt ist. Diesmal berichten wir von einem Startup in der Bretagne, welches das Thema Recycling mit sehr starkem regionalen Bezug angeht.

Muscheln kommen meist mit ihren Schalen auf den Teller. Im Fall von Austern stellt das viele Restaurants vor besondere Herausforderungen in der Abfallentsorgung. Es wird geschätzt, dass in Frankreich pro Jahr etwa 250.000 t Muschelschalen weggeworfen werden müssen.

Morgan Guyader stammt aus der Bretagne, die sich durch eine lange Küstenlinie mit dem Atlantik auszeichnet. So war es kein Wunder, dass er in Ferienjobs die Austernfarmen dort kennenlernte und während des Covid-Lockdowns, nun als studierter Designer, sich mit dem Schalenproblem beschäftigte.

Malàkio: „Istrenn“. Malàkio: „Istrenn“.

Zusammen mit seinem Schulfreund Hugo Kermarrec, nun Spezialist fürs Verkaufen, gründete er 2020 die Firma Malàkio, die aus den Schalen ein neues Material namens „Istrenn“ macht, aus dem die Firma kleine Accessoires für den Haushalt oder Teile für Möbelstücke entwickelt.

60% von Istrenn sind gesäuberte und zerstoßene Schalen, weitere Bestandteile sind Steinmehl und Harz.

Der Produktionsprozess ist low-tech: die Rohmasse wird in eine Form gegossen und härtet ohne Hitze oder Druck aus. Danach folgt die Politur der Oberfläche. Je nachdem, wie groß die Muschelstücke als Ausgangsstoffe waren, sind sie im nun entstandenen Kunststein als Dekorelemente sichtbar.

Man kennt so etwas von Terrazzo oder zahlreichen anderen Materialien.

Malàkio: „Istrenn“.

Die beiden Gründer versuchen, den ökologischen Fußabdruck ihres Produktes möglichst niedrig zu halten. So werden die Schalen nahe der Küste verarbeitet, wo sie auch eingesammelt wurden.

Malàkio: „Istrenn“.

Dieses Prinzip wollen sie beibehalten und so entlang von Europas Küsten ein Netzwerk von Produktionsstätten aufbauen.

Derzeit machen sie Versuche, das Erscheinungsbild von Istrenn zu verändern, etwa indem Farbe zugegeben wird. Auch experimentieren sie mit Glas als Zuschlagsstoff, das dem neuen Schalenstein ein Glänzen geben soll.

Malàkio: Instagram, Facebook

Fotos: Malàkio

Malàkio: „Istrenn“.

(08.11.2023)