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Architektur: prämierte Gestaltungen aus der ganzen Welt

(Februar 2011) Seit 2007 hat die US-Hauptstadt Washington einen Veranstaltungsort mehr, und der hat einige Besonderheiten: Er liegt im Innenhof eines Gebäudes, ist nach oben durch ein ungewöhnliches Glasdach abgeschlossen und hat auf dem Boden eine nicht weniger interessante Installation mit Wasser, Pflanzen und Naturstein. Es handelt sich um das Reynolds Center, das das Smithsonian American Art Museum und die National Portrait Gallery beherbergt.

Die Steinverwendung im Innenhof wurde mit einem der US-amerikanischen Tucker Design Awards des Jahres 2010 ausgezeichnet.

Zum Dach über dem Innenhof wollen wir hier nur sagen, dass es von dem britischen Architekturbüro Foster + Partners entworfen wurde. Es gibt dem neuen Innenraum darunter nicht nur Licht, sondern mit seinen Wellen auch eine bewegte Atmosphäre, die mit den klassizistischen Gebäudefassaden aus Stein in heftigem Gegensatz steht. Um den Wasserlauf im Boden herum sind Rabatten für Bäume und Büsche angelegt.

Deren Begrenzung besteht aus weißem Marmor, der wiederum die Kontraste weiterführt: einerseits wirkt der Stein massiv und schwer, andererseits sind seine Kanten gerundet und die Seiten schräg, so dass das Ganze auch eine gewisse Leichtigkeit hat. Teils erweitern sich die Sitzgelegenheiten entlang der Pflanzen zu kleinen Plattformen.

Wegen des Untergeschosses unter dem Innenhof konnte der Stein nicht massiv ausgeführt werden, sondern ruht als dünne Platte auf einer Metallkonstruktion.

Wiederum im Gegensatz zu dem leuchtenden Marmor und den je nach Licht gelben bis grauen Fassaden steht der Boden aus den geflammten Granitsorten Cold Spring Black und Mesabi Black.

Geliefert wurde der Stein von den Firmen Vermont Quarries und Cold Spring Granite. Ausgeführt wurden die Arbeiten von Lorton Stone LLC. Die Landschaftsarchitektur im Innenraum kam von Gustafson Guthrie Nichol.

Lorton Stone LLC

Gustafson Guthrie Nichol

Foster + Partners

Vermont Quarries

Cold Spring Granite

Der Gegensatz von starr und bewegt bestimmt auch das Erscheinungsbild des Sun Valley Pavilion in Sun Valley, Idaho. Er ist eine moderne Arena für Musikaufführungen, von einer Berglandschaft umgeben und deshalb weitgehend mit unbehauenem Stein gestaltet. Verwendet wurde römischer Travertin aus Italien.

Wie in Bewegung erscheint das Dach: es ist eine leichte und schwebende Konstruktion, die nicht nur den Besuchern Regenschutz bietet, sondern auch die Musik vom Theaterrund nach draußen weiterleitet. Dort sollen auch Picknickfreunde die Gelegenheit zum Kunstgenuss haben.

Die starre Komponente ist der Stein der Mauern. Seine Frontseiten sind größtenteils gespalten und geben einen Eindruck des Naturbelassenen. Offene Fugen verstärken das noch. Zu der Anlage gehört auch eine Wassertreppe aus Travertin mit einem Teich. Daran schließen sich vier große Steinblöcke mit geschliffener Oberfläche an, in die die Namen der Sponsoren eingraviert sind.

Lieferant der knapp 3000 m² des Steins war Mariotti Carlo aus Italien. Die Verarbeitung erledigte Kepco+. Die Planung hatten Ruscitto/Latham/Blanton Architectura P.A. und FTL Design Engineering Studio inne.

Kepco+

Mariotti Carlo

Ruscitto/Latham/Blanton Architectura P.A.

FTL Design Engineering Studio

Harmonie und Prachtentfaltung sind prägend für die Chapel of Our Lady of the Most Holy Trinity (Kapelle unserer Lieben Frau der Heiligsten Dreifaltigkeit) in Santa Paula in Kalifornien. Die Kapelle ist das Zentrum des dortigen Thomas Aquinas College, einer Einrichtung zur Ausbildung von Lehrern für den katholischen Glauben.

Die klassischen Elemente der italienischen Renaissance und der spanischen Mission finden sich in dem Gotteshaus. Das gilt auch für die Auswahl der Materialien: mehr als 20 Sorten feinster Natursteine wurden verwendet, hauptsächlich Marmor aus Carrara. Der Bauherr unternahm mehrere Reisen nach Italien, um dort die Blöcke auszuwählen und die Arbeiten an den Säulen und Statuen zu überwachen. Der Papst hatte 2003 den Entwürfen zugestimmt. Der Grundstein wurde in Rom gesegnet.

Die Hauptfassade erinnert an einen antiken Triumphbogen mit einem Giebel, über dem eine Statue der Gottesmutter thront. Säulen in amerikanischem Indiana Limestone gliedern die weiß verputzte Wand in der Senkrechten. Statuen des Heiligen Augustinus und von Thomas von Aquin säumen den Eingang. Sie sind in Carrara Marmor ausgeführt, wie auch die Statue der Gottesmutter ganz oben. Sie ist 2,50 m (8 Fuß) groß.

Im Inneren der Kirche säumen 20 Säulen aus jeweils einem Stück Botticino Marmor den Mittelgang. 82 Pilaster gliedern die Wände. Die Pracht des Marmors setzt sich in der Kuppel in 24 m (72 Fuß) Höhe fort. In der Verlängerung des Mittelgangs steht in der Apsis der zentrale Altar aus Carrara Marmor mit gedrehten Säulen unter einem Baldachin. Die vier Seitenaltäre aus ebensolchem Stein haben Säulen aus Rosso Levanto und Rossa Laguna. Das Muster im Boden verwendet Calacatta Tirreno, Botticino Classico und Emperador Scura und greift die Gliederung im Dachgewölbe auf. In den Mittelgang sind Medaillons eingelegt. Zahlreiche Gestaltungselemente in der Kirche wie zum Beispiel der Baldachin über dem Altar nehmen Bezug auf den Petersdom in Rom.

Die Gestaltung stammt von Duncan G. Stroik Architect LLC. Steinlieferanten waren die Bybee Stone Co sowie die italienischen Firmen Savema S.P.A. und Stone Consulting di Roberto Pagliari. Ausgeführt wurden die Steinarbeiten von Cleveland Marble und von der spanisch-amerikanischen Talleres de Arte Granda.

Duncan G. Stroik Architect LLC

Bybee Stone Co

Savema S.P.A.

Roberto Pagliari Stone Consulting

Cleveland Marble

Firma Talleres de Arte Granda

Die Tucker Design Awards prämieren herausragende Leistungen in Gestaltung und Bauen mit Naturstein [excellence in the use of natural stone in design and construction]. Vergeben werden sie alle zwei Jahre vom US-amerikanischen Building Stone Institute (BSI). Es widmet sich seit 1919 neben PR-Arbeit für die Steinbranche auch der Ausbildung der Beschäftigten.

Die Preise des Jahres 2010

Für die Ausschreibung des kommenden Jahres sind noch bis zum 19. August Einreichungen möglich. Sie können aus der ganzen Welt kommen. Erwartet wird aber, dass der Architekt oder Designer zur Preisverleihung in die USA reist. Zu gewinnen gibt es nur die Ehre. Informationen gibt die Website des BSI.

Fotos: Building Stone Institute

Weitere Preise des Jahres 2010:

Pilgram-Preis, Österreich

Premio Internacional de Arquitectura Piedra, Spanien (spanisch, 1)

Premios Macael, Spanien (spanisch)

World Architecture Festival

Aga Khan Award for Architecture

National Kitchen and Bathroom Association, New Zealand

Pinnacle Awards, Marble Institute of America, USA

American Society of Landscape Architects (ASLA), USA

Natural Stone Awards, Großbritannien

Global Award for Sustainable Architecture

National Terrazzo & Mosaic Association (NTMA), USA: 1, Video