Rede Rochas ist ein Netzwerk von brasilianischen Steinmetzfirmen, die unter anderem gemeinsam einkaufen und Reststücke verwerten

Das Netzwerk. Initiator Carlos Ruben A. Alencar (5. v.li., rechts neben ihm Netzwerk-Präsident Alfredo Vasconselos). Quelle Fiec

Die Gemeinschaft im Bundesstaat Ceará geht auf eine Initiative verschiedener Verbände zurück

„Wenn Du einen weiten Weg gehen willst, geh‘ mit anderen zusammen“, heißt es auf der Website des Rede Rochas, übersetzt: Naturstein-Netzwerk. Es ist eine lockere Kooperation von derzeit zehn Steinmetzbetrieben in der Millionenstadt Fortaleza im brasilianischen Bundesstaat Ceará. Die Initiative präsentierte sich auf der Messe Fortaleza Brasil Stone Fair (06. – 08. November 2023).

Im September 2023 waren zwei neue Mitglieder zu den vorherigen acht dazugekommen.

Neu sind solche Kooperationsmodelle nicht. Hier gibt es jedoch zwei Besonderheiten: die Mitglieder sind direkte Konkurrenten auf einem hart umkämpften Markt, und die Initiative ging vom Natursteinverband (Simagran-CE) des Bundesstaates gemeinsam mit dem Dachverband der dortigen Industrie (FIEC) aus.

Einige der Ziele des Netzwerks kennt man von ähnlichen Initiativen. Zum Beispiel geht es um gemeinsamen Einkauf und die Preisvorteile dabei. Im Fall dieses Netzwerks ist aber auch die Vermeidung von Abfall und von Lagerbeständen ein Aspekt: wenn jemand nur ein kleines Stück aus einer großen Platte braucht, findet er unter den anderen Mitgliedern Abnehmer für den Rest.

„Man ist nicht mehr allein“, umschreibt Alfredo Vasconselos, Präsident der Initiative und Chef der Firma JL Mármores, das neue Businessgefühl. Wir hatten mit ihm auf der Messe gesprochen.

Gleichzeitig berichtet er, dass sich für die Mitglieder auch die Position am Markt verbessert habe: „Wir erleben eine größere Nachfrage seitens der Architekten, die in den Netzwerkmitgliedern offenbar leistungsfähigere Partner sehen.“

Das ist auch seine eigene Selbstwahrnehmung, und es klingt nicht wie zweckgebundenes Dahergerede: „Der Erfahrungsaustausch ist ein wichtiger Aspekt unserer Kooperation.“ Von seiner eigenen Firma berichtet er, dass sie in den zwei Jahren seit Gründung des Netzwerks mehr gewachsen sei als in den ganzen sieben Jahren zuvor.

Ein anderer Aspekt sei dabei, dass man als Gemeinschaft sich eher eine Beratung durch externen Fachleute leisten könne. „Die Preise für den einzelnen verringern sich“, sagt Vasconselos. Solche Beratungen bieten vom Staat gegründete Institutionen an, etwa Sebrae, die durch das Netzwerk ihrerseits zu einer größeren Nachfrage kommen.

Die Zusammenarbeit gestalten die Mitglieder ohne großen Rahmen und in Eigenregie. Dazu gehören die Aktivitäten der vier Präsidenten (einer für die Rolle als Vorsitzender, einer als Vize, einer fürs Marketing und einer für Einkäufe) und der vier Conselheiros, die spezielle Fragen bearbeiten, wenn sie sich stellen.

Der Zeitaufwand für das Netzwerk ist gering: „Pro Woche sind es alles in allem drei Stunden“, sagt Vasconselos. Einmal trifft man sich persönlich.

Inzwischen sind die Mitglieder auch auf der persönlichen Ebene zusammengewachsen. Die Familien kennen sich, und man kommt zum Beispiel zur Neujahrfeier zusammen.

Das aktuelle Ziel ist, weiter zu wachsen und sich so weitere Marktvorteile zu verschaffen.

Wo sieht der Initiator der Idee, Simagran-CE-Chef Carlos Rubens A. Alencar, weitere Felder für das Netzwerk? „Rede Rochas muss sich im öffentlichen Bewusstsein als Institution etablieren, die ihre Mitglieder zu Nachhaltigkeit antreibt“ sagt er.

Rede Rochas (portugiesisch)

(19.12.2023)