Minax von der brasilianischen Firma Voi Termoquimica ist ein Stoff, der keine Explosion erzeugt, aber dennoch Fels oder Beton zerlegt

Ein kurzes Knacken, etwas Staub - Minax hat einen Felsbrocken in der Richtung der Bohrlöcher zerteilt. Foto: Screenshot

Man hört nur ein kurzes Knacken, und es werden nicht Materialteile herumgeschleudert

Die Situation ist sehr viel anders, als man sie aus Steinbrüchen kennt, wo gesprengt wird: erstens kann man nahe am Ort des Geschehens bleiben und muss nicht in Deckung gehen, und zweitens gibt es keinen dumpfen Knall, sondern nur ein kurzes Knacken. Das Geräusch entsteht nicht durch eine Explosion, sondern ist die Folge des Aufreißens des steinernen Gefüges.

Die Wolke, die aufsteigt, besteht nicht aus Gesteintrümmern, die von der Gewalt der Explosion weggeschleudert werden, sondern aus Staub, der zuvor auf dem Boden lag oder aus dem Fels entstanden ist.

Und: vom Ort des Geschehens läuft keine Welle mit Vibrationen weg, wie man sie normalerweise als Teil des Knalls wahrnimmt.

Die brasilianische Firma Voi Termoquimica hat eine neuartige Mineralmischung namens „Minax“ entwickelt, mit der man von Fels bis Beton alle harten Materialien kontrolliert Zerlegen kann. Das kann auch in sensibler Umgebung geschehen, etwa mitten in einer Bebauung. Wir trafen die Firma auf der Natursteinmesse in Fortaleza (Fortaleza Brazil Stone Fair, FBSF).

Minax ist eine Mischung aus Mineralien und Metallen, die wie dunkler Staub daherkommt und sich gefahrlos in Tüten oder Dosen aufbewahren und transportieren lässt.

Gezündet wird der Stoff mit einem Stromstoß, der für einen Moment eine Temperatur von etwa 1000 Grad Celsius erzeugt. Dieser Impuls setzt eine chemische Reaktion in Gang, die – man kennt es von echten Explosionen etwa bei einem Vulkanausbruch – schlagartig Gas freisetzt, das sich mit enormer Kraft ausdehnt.

Das neue Mittel kann natürlich nur in einem abgeschlossenen Bereich funktionieren. Also werden wie üblich Löcher in den Fels gebohrt und mit der Mischung befüllt. Dazu kommt das elektrische Kabel mit dem Zünder dazu.

Was die benötigte Menge an Minax angeht, kann man sich auf Erfahrungswerte verlassen: war’s zu wenig, reißt der Fels nicht auf, war’s zu viel, verbrennt das Übermaß.

Behandeln sollte man die Mischung mit Handschuhen, denn sie kann die menschliche Haut durchdringen. Tests in Italien und Großbritannien haben dem Stoff auch in dieser Hinsicht Unbedenklichkeit bescheinigt.

In Brasilien gab es schon zahlreiche Projekte, bei denen die Mischung in städtischer Umgebung eingesetzt wurde, zum Beispiel um Gebäude einzureißen oder um einer felsiger Gegend neuen Baugrund abzutrotzen.

Die Sprengstoffexperten des brasilianischen Militärs hatten sich zuvor die Sache genau angeschaut und Minax für die zivile Verwendung freigegeben.

Die Webpage gibt nur die Kontaktdaten der Firma, die aus dem Abbruchgeschäft stammt (portugiesisch).

Auf der Instagramseite findet man kurze Filmchen.

(12.01.2024)