Massivbauen mit Stein: ein historisches Beispiel ist das Hintere Schloss in Henfstädt

Das Hintere Schloss in Henfstädt. Foto: R. Rossner / Deutsche Stiftung Denkmalschutz

Der Komplex in dem Örtchen im Werratal in Thüringen wird mit Hilfe der Deutschen Stiftung Denkmalschutz gesichert

Das Hintere Schloss in Henfstädt in Thüringen ist ein Beispiel für ein aus massivem Naturstein gebautes historisches Gebäude. Es war lange vom Einsturz bedroht. Durch eine Kooperation des Landesamtes für Denkmalpflege, der Kommune, des Eigentümers und der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) werden seit einer Weile Schritte zur Sicherung des Gebäudes gemacht.

Henfstädt, 914 erstmals urkundlich erwähnt, liegt im Werratal zwischen Themar und Leutersdorf im Landkreis Hildburghausen. Auf einer Erhebung am rechten Werraufer, dem Hain, stand die mittelalterliche Osterburg, heute Ruine. Mit der Aufteilung der Güter der Burg entstanden drei große Rittergüter, von denen jedoch nur das Vordere Schloss aus dem Jahr 1533 und das Hintere Schloss aus den Jahren 1595/1596 erhalten sind.

Nach mehreren Besitzerwechseln diente das Hintere Schloss nach 1945 als Flüchtlingsunterkunft, als Internat und schließlich als Hühnerstall und Technikstation einer LPG. Um einen langgestreckten Hof gruppieren sich mehrere Fachwerkbauten, die zum Teil als Wohngebäude konzipiert sind.

Links von der Hofeinfahrt liegt das langgestreckte, zum Hof hin traufständige, zweigeschossige, massiv aus Naturstein errichtete Schlossgebäude. Der ursprünglich wohl verputzte Bau besitzt ein hohes Kellergeschoss und wird durch einen leicht nach links aus der Mittelachse versetzten, querrechteckigen Treppenturm mit einer steinernen Wendeltreppe erschlossen. Geschossgesimse gliedern den Turm, den ein Schweifgiebel bekrönt. Hochrechteckfenster mit Natursteingewänden und Geschoss- und Traufgesimse akzentuieren die Fassaden.

Dreigeschossige, durch Gesimse getrennte Dreiecksgiebel schließen den Bau, der ursprünglich mit einem Satteldach gedeckt war. Auf der rückwärtigen Traufseite finden sich im Obergeschoss zwei Abort- oder Pecherker. Im Inneren ist die ursprüngliche Raumstruktur nachzuvollziehen.

Quelle: Deutsche Stiftung Denkmalschutz

Das Hintere Schloss in Henfstädt vor den Sanierungen. Foto: Karin Gehrmann / Deutsche Stiftung Denkmalschutz

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(26.01.2024)