Der Baustoffverband bbs fordert angesichts einer „handfesten Baukrise“ von der Politik mehr Verlässlichkeit und Planungssicherheit

Von Bauboom ist im Moment nirgendwo in Deutschland die Rede.

Die Natursteinbranche ist weniger stark betroffen und profitiert noch von Aufträgen aus dem Vorjahr / Verbände melden sich zu Wort

Von einer „handfesten Baukrise“ spricht der Verband der Baustoffindustrie (bbs) in einer Pressemitteilung: „Die Baustoff-Steine-Erden-Produktion ist 2023 über alle Sektoren um 15 bis 20 % zurückgegangen.“ Auch die Natursteinbranche spürt die Abkühlung im Baugeschehen, jedoch aktuell (noch) nicht so stark. Naturwerksteinverbands-Geschäftsführer Reiner Krug sieht zwar einen Rückgang in der Nachfrage um ca. 10 %, aber:
* aktuell könnten die Firmen seiner Branche noch die Aufträge aus dem letzten Jahr abarbeiten,
* generell ist die Steinbranche traditionell vor allem im hochwertigen Baugeschehen aktiv, das weniger krisenanfällig wie der allgemeine Wohnungsbau.

Mit einem besorgten Auge aber hält die Naturwerksteinbranche nach neuen Aufträgen Ausschau, die in diesem und dem kommenden Jahr hereinkommen müssen.

Die Baustoffbranche hingegen „blickt mit großer Unsicherheit auf das Jahr 2024“, wie es in der bbs-Pressemitteilung heißt. „Die Zinswende, hohe Baukosten, verschlechterte Wohnungsbau-Förderbedingungen und die enorme Unsicherheit für alle am Bau Beteiligten haben bereits 2022 einen Abschwung in der Bauwirtschaft eingeleitet. Dieser hat sich 2023 massiv verschärft und ganz besonders den Wohnungsbau betroffen.“

Der Baustoffverband verlangt von der Politik mehr „Verlässlichkeit und Planungssicherheit“ und überschreibt seine Pressemitteilung mit dem Satz „Keine gebrochenen Versprechen mehr“.

Jedoch seien die Weichenstellungen für 2024 nicht optimal verlaufen, heißt es in der Verlautbarung. Der bbs zählt auf:
* „Allein die steigenden Übertragungsnetzentgelte führen zu Mehrkosten für die Baustoffindustrie von über 200 Mio. €;
* daneben sind wichtige Beschlüsse des Baugipfels, etwa die angekündigte Aufstockung der Sanierungsförderung bei der Gebäudehülle, wieder zurückgenommen worden;
* kurz zuvor war noch die Verdoppelung der LKW-Maut beschlossen worden, was weitere Mehrkosten von rund 400 Mio. € ab 2024 bedeutet.“

Bundesverband Baustoffe – Steine und Erden e.V.

Deutscher Naturwerksteinverband