Die fünf Skulpturen des Bildhauersymposiums Rheinland-Pfalz 2023 sind nun in der weiten Landschaft um Kaiserslautern aufgestellt

Zugang zum Steinbruch der Firma Picard im Schweinstal bei Kaiserslautern.

„Frieden und Demokratie“ war das Motto der monumentalen Werke aus lokalem Buntsandstein beziehungsweise aus Stahl

Das 14. Bildhauersymposium Rheinland-Pfalz fand im Sommer 2023 (30. Juli bis 26. August) in der Nähe von Kaiserslautern statt. Fünf internationale Künstler kamen im Steinbruch der Firma Carl Picard Natursteinwerk zusammen und erstellten dort open air und im Beisein von Besuchern ihre monumentalen Skulpturen aus dem örtlichen Schweinstaler Buntsandstein.

Die fertigen Arbeiten wurden inzwischen an malerischen Orten in der Umgebung aufgestellt.
Das Symposium findet alle zwei bis drei Jahre statt. Das Motto 2023 war „Frieden und Demokratie“. Wir zeigen die Künstler und ihre Arbeiten:
 

Birgit Cauer: „LAPI-LOG / LAPI-LIEGE“.Birgit Cauer: „LAPI-LOG / LAPI-LIEGE“.„Lapi-Log / Lapi-Liege“, ist der Titel der Arbeit von Birgit Cauer (Deutschland). Aus dem 200 x 150 x 300 cm großen Sandsteinblock hat sie eine kokonartige Höhlung herausgearbeitet. Zwei Personen können sich darin aufhalten sowie zur Ruhe oder ins Gespräch kommen. Standort ist die Gemeinde Dörrmoschel im Landkreis Donnersberg. Dort gibt es Kriegsbunker, mit denen noch anderen Assoziationen entstehen können.
 

Markus Sauermann: „Ost-West“.Markus Sauermann (Deutschland): „Ost-West“. Die Skulptur umfasst zwei gelbe Sandsteinstelen, die einander zugewandt sind und vielleicht in einem Dialog stehen. Die grob herausgearbeiteten Quader lassen kubistische Figuren erahnen – alle weitere Interpretation bleibt dem Betrachter überlassen. Der Standort der Skulptur ist nahe der Wasserburg in Reipoldskirchen (Landkreis Kusel).
 

Chris Peterson: „VOGELVRIJ / VOGELFREI“.Chris Petersons (Niederlande) „Vogelvrij / Vogelfrei“ ist ein massiver Sandsteinquader, dessen eine Seite zu einem dunklen Innenraum hin geöffnet ist. Dem Besucher wird beim Hineingehen einer seiner Hauptsinne, das Sehen, genommen. Fokussiert auf seine anderen Sinne, also riechen hören, fühlen/tasten, erkundet er den Innenraum und findet gegenüber dem Eingang kleine Ausbohrungen im Stein. Diese sind eine Art von negativer Blindenschrift, die über die ganze Seitenfläche den Titel der Arbeit wiedergibt. Der Stein ist in der Gemeinde Schmalenberg im Landkreis Süd-Westpfalz aufgestellt.
 

Christian Hinz: „Friedensengel“ (Angel of Peace Protects the World).  Der „Friedensengel“ (Angel of Peace Protects the World ) von Christian Hinz (Deutschland) lädt den Betrachter zur Interaktion ein: Die beiden großen Sandsteinquader mit ihren Halbschalen können als akustische Klangverstärker dienen oder ebenso die Andeutung eines Flügelpaares sein. Außerdem schaffen sie für den Besucher am Standort in der Gemeinde Rodenbach (Kreis Kaiserslautern) einen kleinen, geschützten Raum.
 

Aleksandar Eftimovski: „Reverse Rotation“.Aleksandar Eftimovski (Nordmazedonien) hat nicht in Stein gearbeitet. Seine Stahlskulptur mit dem Titel „Reverse Rotation“ steht im Autobahnkreisel Eselsfürth, stadtauswärts Richtung Sembach. Es scheint sich um einen herkömmlichen Bohrer zu handeln, wenn auch stark vergrößert. Jedoch hat er ein Linksgewinde – das führt die Wahrnehmung in die Irre und stellt das Wahrgenommene in Frage.

Skulpturenverein Rheinland-Pfalz

Initiator des Symposiums ist der Skulpturenverein Rheinland-Pfalz, dessen Gründer und Präsident über viele Jahre der Chef der Natursteinfirma, Jürgen Picard, war. Seit 1986 sind aus den Symposien über 70 Großplastiken hervorgegangen. Sie stehen von Johanniskreuz über Kaiserslautern bis nach Kollweiler in der Landschaft beziehungsweise in den Ortschaften. Die Firma stiftet die Steine, während des Symposium sind die Bildhauer in ihren Wohn- und Verwaltungshäusern untergebracht.

Die Firma Picard gewinnt in eigenen Steinbrüchen exklusiv ihren Buntsandstein und erstellt daraus Bekleidungen für Außenfassaden oder Innenwände, Bodenbeläge, Treppenbeläge und Fensterbänke und genauso Produkte für Gärten und Parks. Sie nutzt den Steinbruch im Schweinstal unweit von Krickenbach auch für Konzerte, Aufführungen, Illuminationen, Installationen und eben auch Bildhauersymposien.

Das Motto dieser kulturellen Ereignisse mit Ausstrahlung über die Region hinaus ist: „Das Spannungsfeld aus Naturgewalt und Maschinenkraft bietet für jede Art von Kunst und Kultur einen beeindruckenden Rahmen.“

Skulpturenverein Rheinland-Pfalz e.V.

Carl Picard Natursteinwerk

(07.02.2024)