Olena Dodatko pflegt monumentale Formen mit großer Wirkung trotz minimalistischer Darstellung

Olena Dodatko: „Other World”, Granit.

Die aus der Ukraine stammende Bildhauerin liebt es, wenn ihre Skulpturen auf öffentlichen Plätzen stehen

Von Olena Dodatko findet man nur wenig im Internet, Geschriebenes fast gar nicht und an Fotos ausschließlich solche von monumentalen Arbeiten. Die in der Ukraine aufgewachsene Bildhauerin liebt große Formen in minimalistischer Ausführung. Sie strebe eine „harmonische Verbindung von Einfachheit und Tiefgang“ an, mailt sie auf unsere Frage.

Egal, ob sie etwas Konkretes oder etwas Abstraktes darstellt: „Im Kern ist ein Stein ein Block, ein Monolith, und den will ich erhalten, aber gleichzeitig erreichen, dass die Leute die Arbeit berühren oder sogar umarmen.“

Olena Dodatko: „Together“, Diabas.

Und: „Vielleicht deshalb haben viele meiner Arbeiten zylindrische oder runde Formen.“

Sie sei in einer vom Sozialismus geprägten grauen Stadt aufgewachsen und habe als Kind und Jugendliche um sich herum sich immer mehr Leben und Lebhaftigkeit gewünscht. Heute sei sie – vielleicht deshalb – glücklich, wenn ihre Arbeiten im öffentlichen Raum aufgestellt werden.

Olena Dodatko: „Expectation”, Gabbro, Stahl.

Bedeutungen will sie ihren Skulpturen nicht aufprägen. Zwar sollen einfache Form und Oberfläche den Betrachter zu eigenen Gedankengängen inspirieren, ihn aber nicht in eine Richtung drängen. Aus ihrer Sicht betrachtet, stehen ihre Werke mit konkreten Darstellungen für ihre eigene Selbstfindung oder für bestimmte Lebenssituationen, während die abstrakten Formen eher um Wünsche oder Ziele kreisen.

Zu ihrem Werdegang mailt sie uns: „Leider gab es keine Künstler in unserer Familie.“ Aber ihre Eltern gaben ihr Freiheit und Förderung. Ihr Vater arbeitete in der Fabrik, und sie durfte ihn öfter besuchen: „Ich war fasziniert von den großen Maschinen, die Metallteile formten.“

Olena Dodatko: „Point“, Marmor.

Sie absolvierte ein Bildhauerstudium an der Nationalen Akademie der Bildenden Künste und Architektur in Kiew.

Danach zog sie auf Bildhauersymposia um die Welt und nahm an zahlreichen Ausstellungen teil.

Dass monumentale Skulpturen im Rahmen eines Symposiums wegen der Größe und der begrenzten Zeit immer Stress bedeuten, scheint ihr nichts auszumachen: „Sie sind immer auch aufregend – jede ist ein neues Abenteuer, in das man sich kopfüber hineinstürzt.“

Olena Dodatko: „The Choir“, Eisenguss.

Im Maildialog klingt sie, als hätten wir sie in einer Umbruchphase angetroffen. Auf unsere Frage nach kleinen Formen antwortet sie, früher habe sie gelegentlich solche Aufträge für Grabgestaltungen übernommen. Heute würde sie wieder welche machen, aber als etwas anderes.

Leider habe sie im Moment kein eigenes Atelier.

Auch mit anderen Materialien wie Holz oder Metall hat sie schon gearbeitet.

Olena Dodatko: „First Game“, Marmor, und Olena.

Am Ende formuliert sie: „Eines weiß ich mit Sicherheit – wenn ich in an meinen Skulpturen arbeite, bin ich glücklich.“

Was auch immer da noch von ihr kommt: mit diesem kurzen Portrait gibt es nun auch ein wenig Text über sie im Internet.

Olena Dodatko (Instagram, Behance)

Fotos: Olena Dodatko

Olena Dodatko.

(28.02.2024)