Neutra Design zeigte im Rahmen der Milan Design Week die Kollektion „To the edge of matter. An unforgettable journey“

Stehlampe „Reverence“ der Designer von atelier oï.

Bekannte Architekten und Designer haben Objekte entworfen, die Alltagsgegenstände mit künstlerischer Exklusivität sind

Neutra Design ist eine jener Firmen aus der Steinbranche, die eine lange Geschichte haben und sich plötzlich neu erfinden. Im Fall von Neutra reicht die Geschichte bis in die 1880er zurück, seitdem hat das Unternehmen sich einen Namen in der Bearbeitung von Marmor für etwa für Badezimmer gemacht. Im Jahr 2020 aber hat Emanuele Chicco Busnelli, selbst ein bekannter Name aus dem Möbelunternehmen B&B Italia, Neutra gekauft und es neu aufgestellt.

Im Kern geht es nun darum, die bisherige eher klassische Ausrichtung der Gestaltungen in Richtung Exklusivität und Moderne umzustellen – man will „das emotionale Element“ in das Natursteindesign einfügen, wie es auf der Webpage heißt. “Und dafür nutzen wir unser großes Know-how in der Steinbearbeitung.“

Für das Design kooperiert die Firma mit international bekannten Gestaltern. Für die aktuelle, im Rahmen der Milan Design Week 2024, präsentierten Kollektion, sind das in alphabetischer Folge atelier oï, Draw Studio, Foster + Partners, Gabriele e Oscar Buratti, Mario Bellini, Migliore + Servetto, Nespoli e Novara und Zaha Hadid Architects.

Die neue Kollektion war unter dem Titel „To the edge of matter. An unforgettable journey” im MEET Digital Culture Center in Mailand zu sehen.

Kennzeichen der Kreationen von Neutra ist, dass sie sich auf Kundenwunsch verändern oder mit vielen Steinsorten fertigen lassen. Hier bietet die Firma auch Beratung, was mit Stein machbar ist.
 

Stehlampe „Reverence“ der Designer von atelier oï.Da ist die Tisch- beziehungsweise Stehlampe „Reverence“ der Designer von atelier oï. Die Lichtstärke kann durch einfaches Klappen des Oberteils variiert werden. Und, so oder so: das Möbelstück ist ein Hingucker und bereichert als Skulptur jede Einrichtung.
 

Hängelampe „Eos“ von Draw Studio.Genauso die Hängelampe „Eos“ von Draw Studio. Sie ist eigentlich nur eine Marmorsäule, die in die Luft gehängt wurde und, egal ob an- oder ausgeschaltet, sich als Skulptur zeigt. Wie Chicco Busnelli bei unserem Besuch in der Ausstellung berichtete, begann die Entwicklung damit, dass er einen neuartigen Draht entdeckte, der das Gewicht des Steins tragen und auch das Elektrokabel verbergen kann.
 

Spiegel „Vivera“ von Migliore+Servetto.Spiegel „Vivera“ von Migliore+Servetto.Ein ganz innovatives Design hat auch der Spiegel „Vivera“ von Migliore+Servetto: er ist nicht nur riesengroß, so dass man sich komplett darin betrachten kann. Die Ablage ist dahinter verborgen: Man kann den rechten Teil der Glasfläche zur Seite schieben und hat dann Zugang zu mehreren Fächern, die übereinander angeordnet und mit Naturstein verkleidet sind. Wir vermuten: Man muss entweder sehr vom eigenen Erscheinungsbild überzeugt sein oder permanent daran arbeiten, dass man solch eine Komplettaufnahme von sich selbst erträgt, zum Beispiel am frühen Morgen.
 

„Dima“ ist ein Aluminiumspiegel von Migliore+Servetto.„Dima“ ist ein Aluminiumspiegel von Migliore+Servetto. Als Rahmen hat er rechteckige Stücke aus Travertin in kräftigen Farben.
 

„Cavo“ ist ein Spiegel von Migliore+Servetto.„Cavo“ ist ein Spiegel von Migliore+Servetto. Das Licht kommt von einer LED-Leiste dahinter. Wichtiger aber ist die indirekte Beleuchtung aus dem kleinen Rund mit bronziertem Kupfer, die an das Bild des Planeten Mars am Nachthimmel erinnert.
 

Kommen wir zu den Tischen und Sitzmöbeln.

„Micelio“ ist ein flexibles Modul-System von Beistelltischen von atelier oï.„Micelio“ ist ein flexibles Modul-System von Beistelltischen von atelier oï. Es erinnert an ein Pilzgeflecht, das im Erdreich wuchert.
 

„Delos“ nennt Draw Studio seine Beistelltische.„Delos“ nennt Draw Studio seine Beistelltische, bei denen die Strenge geometrischer Formen durchgespielt wird. Die Tischplatten sind aus Stein, die Füße aus Metall und setzen sich als feine Linien im Stein fort.
 

Bei „Adym“ haben Gabriele e Oscar Buratti ihrem Tisch eine Platte von maximal 310×120 cm gegeben.Bei „Adym“ haben Gabriele e Oscar Buratti ihrem Tisch eine Platte von maximal 310×120 cm gegeben.Bei „Adym“ haben Gabriele e Oscar Buratti ihrem Tisch eine Platte von maximal 310×120 cm gegeben.
 

Auch „Islas“ von Draw Studio geht in die ganz großen Dimensionen.Auch „Islas“ von Draw Studio geht in die ganz großen Dimensionen. Markant ist bei der Tischplatte das Spiel mit unüblicher Geometrie.
 

Das Sitzmöbel „Terrae“ von Draw Studio ist ebenfalls modular angelegt.Das Sitzmöbel „Terrae“ von Draw Studio ist ebenfalls modular angelegt. Die Designer Luca Martorano und Mattia Albicini kommentieren die Materialwahl: „Terrae zu kreieren war, als würde man das Auslaufen der Wellen an sanften Klippen nachstellen.“
 

Mit „La Grande Muraglia“ hat Mario Bellini einen Sessel, ein Sofa und ein Chaiselongue entworfen.Mit „La Grande Muraglia“ hat Mario Bellini einen Sessel, ein Sofa und ein Chaiselongue entworfen, die im Kern ein Gestell aus Stein haben, in das die Polster eingelegt werden. Die Farben schaffen Kontrast und Lebendigkeit.
 

Konsole „Branch“ von Zaha Hadid Architects.Tisch „Minera“ von Zaha Hadid Architects.Bei der Konsole „Branch“ und dem Tisch „Minera“ haben Zaha Hadid Architects mit Leichtigkeit und Stabilität gespielt. Das Objekt stammt aus der „Erosion“-Kollektion der Designer für Neutra.
 

„Adym“ von Gabriele e Oscar Buratti ist auch der Name für ein Regal.„Adym“ von Gabriele e Oscar Buratti ist auch der Name für ein Regal aus Natursteinpfeilern mit Regalböden aus Aluminium.
 

„Minimal M6“ ist ein freistehendes Waschbecken von nespoli e novara.„Minimal M6“ ist ein freistehendes Waschbecken von nespoli e novara.

Neutra Design

(16.06.2024)