Vom 13. Juli bis zum 04. August 2024 findet in Südtirol das 1. Internationale Marmorsymposium „Vinschgau kristallin“ statt

Die Künstler des Symposiums (v.l.n.r.). Oben: Noemí Palacios (Spanien), Kanu (Italien), Olena Dodatko (Ukraine). Mitte: Fernando Pinto (Kolumbien), Josef Pleier (Deutschland), Liu Yang (China). Unten: Johannes Kroeker & Elias Nunner (Deutschland), Corinna Zürcher & Martin Böttcher (Deutschland).

Laas und Schlanders geben den Rahmen für die Arbeit von sechs Steinbildhauern und zwei interdisziplinären Künstlerpaaren

Laas und Schlanders im Vinschgau in Südtirol werden vom 13. Juli bis zum 04. August 2024 zur Bühne für ein einzigartiges Kunst- und Kultur-Event: Im Rahmen des 1. Marmorsymposiums „Vinschgau kristallin“ werden dort Bildhauer beziehungsweise interdisziplinäre Künstlerpaare Werke mit oder zum Thema des dortigen kristallinen Marmors erstellen.

Das Konzept stammt von den Kuratoren Mary Zischg, Ernst-Ludwig Kolt und TOBEL, allesamt Absolventen der Fachschule für Steinbearbeitung in Laas. Für die Ausschreibung gingen 58 Bewerbungen von Künstlern aus 21 Ländern und vier Kontinenten ein.

Schauplätze des Symposiums sind der Platz direkt am Bahnhof in Laas und die Marx- beziehungsweise Nikolauskirche dort.

Die ausgewählten Bildhauer sind Noemí Palacios (Spanien), Kanu (Italien), Olena Dodatko (Ukraine), Fernando Pinto (Kolumbien), Josef Pleier (Deutschland) und Liu Yang (China). Ihre monumentalen Skulpturen in LASA Marmo und Göflaner Marmor bleiben nach dem Symposium vor Ort.

Die beiden interdisziplinären Künstlerpaare werden unter dem Titel „skaters“ andersartige Kunst präsentieren: Martin Böttcher & Corinna Zürcher sowie Johannes Kroeker & Elias Nunner kombinieren Soundkunst und Videomapping mit dem Thema Marmor. Ihre Arbeiten, die in der Marx- beziehungsweise Nikolauskirche entstehen, bieten dem Publikum neue Wege, Marmor und Kunst in einer speziellen Kombination zu erleben.

Das Plakat des Symposiums (Ausschnitt).

Parallel dazu findet während des Symposiums in Schlanders und Laas ein buntes Rahmenprogramm mit Marmorführungen, Ausstellungen, Konzerten, Vorträgen und kulinarischen Genüssen statt. Höhepunkt und zugleich die Finissage des Symposiums ist das traditionelle Kultur- und Genussfestival „Marmor und Marillen“ am 03. und 04. August in Laas.

Das 1. Marmorsymposium wird von den beteiligten Gemeinden, zahlreichen lokalen Unternehmen, Vereinen und Bildungseinrichtungen unterstützt. Die nächste Auflage im Jahr 2026 ist bereits geplant, wobei die Bildhauerarbeiten dann in Schlanders entstehen werden. „Die Veranstaltung bietet eine großartige Gelegenheit, den Vinschgau von einer besonderen und vielen noch unbekannten Seite kennenzulernen“, heißt es in einer Presseerklärung.

Vinschgau ist der Name eines Gebirgstals in Südtirol in den italienischen Alpen, angrenzend an Nordtirol (Österreich) und die Schweiz (Graubünden). Das Besondere und Vereinende der Orte Laas und Schlanders ist ihr weltbekannter Marmor. Er wird in zwei Brüchen in einer Höhe von 1.570 m und 2.200 m im Stilfser Joch Nationalpark unter Tage abgebaut, wie auf der Webpage des Symposiums erläutert wird. „Dieser einzigartige Marmor zeichnet sich durch seine feine, kristalline Textur und Widerstandsfähigkeit aus. Die ersten Werke aus dem Material stammen aus der Zeit der Römer. Der erste industrielle Abbau begann bereits im 19. Jahrhundert und hat sich seitdem zu einem bedeutenden Wirtschaftszweig entwickelt.“

Marmorsymposium „Vinschgau kristallin“

Bilder: Vinschgau kristallin