„Wave Rock“ in Australien. Foto: Seksan Phonsuwan / <a href="https://commons.wikimedia.org/"target="_blank">Wikimedia Commons</a>, <a href=" https://en.wikipedia.org/wiki/Creative_Commons_license"target="_blank">Creative Commons License</a>

Die Wettbewerbe im Surfen im Rahmen der Olympischen Spiele 2024 in Frankreich werden auf Tahiti im Pazifik ausgetragen. Das liegt zum einen daran, dass Französisch-Polynesien zum Staatsgebiet der Pariser Republik zählt und dass Frankreich seinerseits am Atlantik keine Wellen hat, die den Anforderungen der Profis genügen, am Mittelmeer erst recht nicht.

Aber auf Tahiti gibt es etwa 75 km von der Hauptstadt Papeete den Strand Teahupo’o mit der Welle gleichen Namens, und beide sind in der Surfergemeinde berühmt. Im Winter bäumen sich dort mit großer Verlässlichkeit haushohe Wellen von neun Metern und mehr auf.

Dann fahren die Profis auf Jetskis in die Entstehungszone nahe am Strand führen auf ihren Brettern die Kunststücke im Wellenreiten vor.

Das IOC beschreibt den Wettbewerb so: „Die Surfer führen auf einer Welle Manöver und Tricks aus, die von fünf Richtern anhand der Vielfalt, Art und Schwierigkeit bewertet werden. Auch nach Geschwindigkeit, Kraft und Flows (der Art und Weise, wie nahtlos die Moves aneinandergereiht sind) werden sie bewertet. Shortboards sind die bevorzugten Surfbretter bei den Olympischen Spielen. Sie sind kleiner als Longboards, schneller und wendiger, was sie zum idealen Brett für die Ausführung spektakulärer Tricks macht.“

Das ist ein gefährliches Geschäft, wie bei vielen modernen Sportarten. Deshalb tragen die Surfer besondere Sicherheitswesten – falls die Welle über ihnen zusammenschlägt, pumpt sich dieser Airbag schlagartig mit Druckluft auf und bringt die Person aus dem wilden Wasser zurück an die Oberfläche.

Zum 2. Mal gibt es das Surfen als olympische Disziplin. Inzwischen beträgt die Zahl der Wettkämpferinnen und Wettkämpfer 48, das sind acht mehr als 2020 in Tokio.

Wie La-Ola im Stadion

Eine Welle im Ozean kann man sich wie La-Ola im Stadion vorstellen: Die Wasserteilchen schwingen auf und ab, so wie die Zuschauer aufstehen und sich setzen, ohne ihren Platz zu verlassen. Der Unterschied liegt darin, dass die Teilchen im Meer beim Schwingen Energie weitergeben, etwa die des Windes über der Oberfläche oder die eines Seebebens in der Tiefe.

Am Strand muss sich die Welle aufbäumen, weil hier nicht mehr so viele Teilchen übereinander passen wie im offenen Ozean.

Vor Teahupo’o gibt es eine geologische Besonderheit: Es ist ein Riff, das aus etwa 80 m Tiefe fast senkrecht bis knapp unter die Oberfläche ragt. Zusammen mit dem Wind aus der richtigen Richtung erzeugt es das Spektakel der Monsterwellen.

Das sind ganz normale Vorgänge in der Natur – die Riffs fungieren als Wellenbrecher und Schutz der Küste.

Allerdings ist fraglich, wie sich die Situation bei steigendem Meeresspiegel als Folge des Klimawandels verändert.

Deshalb hat ein Forscherteam aus Frankreich, Deutschland und Australien die Situation dort wissenschaftlich erforscht. Eine der Erkenntnisse ist, dass nur intakte Riffe wirklich die Schutzfunktion übernehmen können. „Ist das Korallenriff gesund und weist eine komplexe Struktur auf, hat der Meeresspiegelanstieg weniger Auswirkung,“ ist einer der Kernsätze der Veröffentlichung, die heruntergeladen werden kann.

Zurück nach Europa. Die beste Surfground liegt in Portugal vor der Atlantikküste von Nazaré. Dort trifft sich die Weltelite der Wellenreiter im Oktober und November. Das höchste dort registrierte Wellenereignis soll 30 m hoch gewesen sein, also zehn Stockwerke.

Es entsteht dadurch, dass auf dem Meeresboden ein Kanal auf die Küste zuläuft, aus dem heraus sich das Wasser zu den sensationellen Höhen aufschwingt.

Schließlich: Für alle, die sich für Wellen begeistern, diese gerne aber weniger wild haben, empfiehlt die Redaktion von Stone-Ideas.com:

* Erstens eine echte Monsterwelle aus Stein, genauer: eine Felsformation. „Wave Rock“ heißt sie, ist rund 15 m hoch, 110 m lang und liegt in Western Australia (siehe Foto oben).

Calçada Portuguesa. Foto: Donatas Dabravolskas / <a href="https://commons.wikimedia.org/"target="_blank">Wikimedia Commons</a>, <a href=" https://en.wikipedia.org/wiki/Creative_Commons_license"target="_blank">Creative Commons License</a>* Zweitens die Calçada Portuguesa (Portugiesisches Pflaster) mit ihren schwarz-weißen Linien. Berühmt sind sie an der Copacabana in Rio oder auf zahlreichen Plätzen in Portugal.

Antelope Canyon, USA. Foto: Katrin Blank* Drittens: im US-Bundesstaat Arizona gibt es „The Wave“ aus Sandstein.
 

Olympische Spiele 2024

Forschung zu Riffs als Wellenbrecher: Marum, Bremen