Deutscher Naturstein-Preis 2024: Wohnhochhaus „Drei Horizonte“.

Der Wohnturm „Drei Horizonte“ wurde mit dem Deutschen Naturstein-Preis 2024 ausgezeichnet. Das Gebäude im Ostend von Frankfurt/Main mit einer Fassade aus hellem Kalkstein fungiert optisch als Eingang zu dem neuen Quartier Schwedler Carré, das auf einem ehemaligen Industriegelände errichtet wurde. Die Architekten sind Ortner & Ortner Baukunst, den Stein lieferte die Firma Hofmann Naturstein.

Die Jury lobte, dass die Architekten „auf sehr unaufgeregte Weise eine überaus überzeugende Antwort auf die drängende Frage (gefunden haben), wie qualitätvoller, verdichteter Wohnungsbau gestaltet werden kann.“ Gemeint ist damit auch, dass das Gebäude mit 16 Geschossen oder 60 m Höhe das vertikale Wohnen populär machen könnte. In Deutschland gilt nämlich das Wohnen in einem Hochhaus auch in den Städten bisher nicht wirklich als schick.

Markant sind an dem Bauwerk an der Ecke Ferdinand-Happ-Straße/Gref-Völsing-Straße die runden Balkone. Sie beginnen ab dem 7. Stockwerk und lockern das strenge Rechteckraster in der Fassade auf. Von hier an bekommt das Bauwerk eine große Dynamik, so als wollte es sich in eine Richtung drehen.

Deutscher Naturstein-Preis 2024: Wohnhochhaus „Drei Horizonte“.

Tatsächlich liegt in dieser Richtung die Innenstadt mit ihren Bankhochhäusern. Die andere Seite des Bauwerks huldigt der strengen Geometrie.

Bemängelt wurde in Architekturforen im Internet, dass die Fassadenverkleidung schwer wirke.

Die Jury lobt die Verwendung des Kalksteins St. Louis®:
* Er hebe sich deutlich von dem roten Backstein bei den niedrigeren Gebäuden in der Nachbarschaft ab und trage so zu der Signalwirkung von „Drei Horizonte“ bei;
* durch Modulfertigung im Werk sei der Stein trotz der Beengtheit auf der Baustelle schnell und leicht zu installieren gewesen;
* er sei, wie von Bauherrn gewünscht, wartungsarm, langlebig und werde im Verlauf der Zeit mit seiner Patina dem Gebäude ein besonderes Gesicht geben.

Deutscher Naturstein-Preis 2024: Wohnhochhaus „Drei Horizonte“.

Die Jury lobt auch das kompakte Bild des Gebäudes: „Die Natursteinplatten wurden mittels Press- und Haarfugen so verbunden, dass die einzelne Platte in den Hintergrund tritt. Erforderliche Fugen sind silikoniert und besandet. Der Kalkstein mit feiner Porenstruktur und leichter Bänderung unterstützt das monolithische Erscheinungsbild.“

Der Zugang zum Gebäude umfasst zwei Geschosse und wirkt so einladend und großzügig.

Die „Drei Horizonte“ bilden zusammen mit zwei niedrigeren Wohngebäuden ein als Block geschlossenes Ensemble. Hierfür haben die Architekturbüros Stefan Forster und Karl Dudler die Entwürfe geliefert.

Damit ist die Umwandlung des ehemaligen Industriegeländes zwischen Ostbahnhof und Osthafen abgeschlossen. Sie hat sich über 20 Jahre hingezogen. Kritiker loben die Vielfalt der Architektur, die dort entstanden ist, und auch die Nutzung mit Büros und Gewerbe neben Wohnungen.

Vielfach positiv bewertet wird auch das enge und kleinteilige Zusammenspiel aus Plätzen, Gassen und Straßen, wie es die europäische Stadt charakterisiert.

Deutscher Naturstein-Preis 2024: Wohnhochhaus „Drei Horizonte“.

Der deutsche Naturstein-Preis wird alle zwei Jahre auf der Messe Stone+tec in Nürnberg verliehen. Der Gesamtgewinner wird aus den Preisträgern der vier Kategorien ausgewählt und erhält 5000 € Preisgeld. Orter & Ortner hatten in der Kategorie A (Fassaden mit hinterlüfteten Außenwandbekleidungen aus Naturstein) den 1. Platz belegt.

Ortner & Ortner Baukunst

Deutscher Natursteinpreis, Dokumentation download (deutsch)

Fotos: Marcus Bredt

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