Vor der Marmomac wurde eine Studie vorgestellt, die eine Rangfolge der US-Bundesstaaten als Zielregionen erstellte
Italiens Natursteinexporteure werden in der nahen Zukunft sich noch stärker um den US-amerikanischen Markt kümmern als bisher. Das kann man aus einer Studie schließen, die die Position des Landes auf den Weltmärkten untersucht hat und dabei für die USA eine detaillierte Analyse der einzelnen Bundesstaaten angefertigt hat. Sie wurde im Auftrag der Marmomac von dem Marktforschungsinsitut Nomisma erstellt und ein paar Tage vor der Messe in Mailand präsentiert
Bereits zum Beginn dieses Jahres hatte eine Neuigkeit aus Brasilien auf diese Schwerpunktsetzung der Italiener hingewiesen: Die Natursteinmesse in Vitória, die im Besitz der Veronafiere ist, soll künftig den Namen „Marmomac Brasil“ (18. – 20. Februar 2025) tragen und explizit dabei helfen, der italienischen Steinbranche einen besseren Zugang zu den Märkten in den USA und Kanada zu verschaffen.
Insofern war auch zur Eröffnung der Marmomac politische Prominenz angesagt: Aus Rom angereist war der Minister für Wirtschaft und Made in Italy, Adolfo Urso, ebenfalls zeigten sich die Präsidenten der Regionen Verona und Venetien sowie Vertreter verschiedener Organisationen.
Einmal mehr wurde damit von höchster politischer Stelle klargestellt, welche Bedeutung die Steinbranche für Italiens Wirtschaft hat.
Das zeigen die Zahlen: im Jahr 2023 exportierte die Branche Waren im Gesamtwert von 3,1 Milliarden €.
Den Löwenanteil an dieser Gesamtsumme machten Stein-Endprodukte (1,7 Milliarden €) aus. Sie finden zum großen Teil an Fassaden, Wänden oder auf Böden in exklusiven privaten oder kommerziellen Projekten Verwendung.
An Maschinen und Werkzeugen exportierte die Branche Waren im Wert von 755 Millionen € – diese Zahl liest sich kleiner als sie in Wirklichkeit ist, schließlich ist Italien in diesem Bereich Weltmarktführer.
Kommen wir zu den USA. Knapp ein Viertel (23 %) der 3,1 Milliarden € Gesamtexport gingen nach Nordamerika. „Die USA sind der wichtigste Exportmarkt für italienische Steinexporte, mit einem Zuwachs von +56 % im letzten Jahrzehnt“, heißt es einleitend zu diesem Teil der Studie.
In dem Überblick geht es zunächst um die Regionen der USA und Italiens Steinlieferungen: „Die wichtigsten Bundesstaaten waren Texas, Kalifornien, Florida, Georgia und New York.“
Die Studie zeigt die Aktionsfelder auf: „In Kalifornien und New York ist Italien führend, aber in Texas liegt es nach Brasilien, China und der Türkei nur an vierter Stelle.“
Insgesamt könne man an den Zahlen ablesen, welches „enorme Entwicklungspotenzial“ es in Nordamerika für italienische Firmen gebe, so Emanuele Di Faustino, Leiter der Studie bei Nomisma.
Und weiter: „Im Bereich Technologie und Maschinen sind die wichtigsten Bundesstaaten Georgia und North Carolina, wo es wichtige Granit- und Marmorsteinbrüche gibt. In diesem Aktionsfeld ist Italien in den meisten der großen amerikanischen Bundesstaaten führend oder zumindest unter den Top 3“.
Nomisma verweist auf die Sektoren Hotel und Gastgewerbe als besonders interessante Felder für Steinprodukte Made in Italy. Es „wird erwartet, dass die Zahl der Hotels in den USA von 59.600 Einheiten im Jahr 2023 auf rund 62.000 im Jahr 2026 ansteigen wird… Bereits in der ersten Hälfte des Jahres 2024 wurden 250 neue Einrichtungen eröffnet (in 6 von 10 Fällen im oberen und mittleren Preissegment), zusätzlich zu mehr als 6.000 Projekten in Entwicklung. Zu den dynamischsten Städten gehören hier Dallas (Texas), Atlanta (Georgia), Nashville (Tennessee), Phoenix (Arizona) und die Metropolregion in Kalifornien.“
Die Studie wirft auch einen Blick auf Zielregionen für Italiens Steinwirtschaft außerhalb der USA: 2023 ging fast ein Drittel der Lieferungen (31 %) nach Europa. „Nicht zu vernachlässigen ist das Gewicht des Nahen Ostens und Südostasiens, auf die zusammen etwa 20 % des Gesamtwerts entfallen.“
Nach der Analyse von Nomisa machen Italiens Steinexporte 13 % des Weltmarkts aus, so dass das Land nach China (31 %) an 2. Stelle liegt. Berechnungen aus anderen Ländern sehen die Türkei und Indien jedoch vor Italien. Vermutlich sind in den Nomisma-Zahlen Steine und Technologie zusammengerechnet.
(28.10.2024)
