Die angehenden Schulabgänger polieren den Stein und bringen die Augen auf. Ein Steinmetzkoffer ist eine neue Idee
Eine originelle Idee zur Nachwuchswerbung für den Steinmetzberuf kommt vom Steinzentrum im österreichischen Hallein: Dort hat man bei einer Berufsmesse den Jugendlichen kleine Steinwürfel an die Hand gegeben, aus denen sie Spielwürfel machen sollten. Die Aufgabe bestand darin, die Oberflächen glatt zu polieren und dann noch die Augen in den Stein zu bringen.
Der Erfolg war groß: Die Leute aus den Abschlussklassen der Schulen in der Gegend brachten große Geduld auf und waren sehr angetan vom Bohren der flachen Linsen für die Würfelaugen.
Die Idee stammte aus dem Steinzentrum, und so floss von Anfang an Materialkompetenz in das Projekt ein. Denn ausgewählt wurde der Untersberger Marmor, der erstens aus der Gegend stammt und zweitens recht weich ist. Nach dem Polieren und Bohren durften die Jugendlichen ihre Würfel mitnehmen.
Die Rohstücke kamen von der Fachschule für Steinbearbeitung, die gleich neben dem Steinzentrum zuhause ist.
Der Erfolg der Aktion auf der Messe Jugend & Beruf in Wels führte dazu, dass die Idee weitergedacht wurde: Landesinnungsmeister Helmut Moser hat einen Berufskoffer für die Steinmetzwerbung entwickelt. Darin enthalten sein sollen Rohwürfel, Schleifpapier und Schablonen. Der Koffer soll den Lehrern für Berufskunde an den Mittelschulen zur Verfügung gestellt werden.
Ach ja: Nach den aktuellen Planungen soll in den Koffern auch eine Landkarte von Österreich enthaltgen sien, auf der die Natursteinsorten des Landes und die Lage der Steinbrüche beziehungsweise der Verarbeitungsbetriebe markiert ist.
Fotos: Steinzentrum
(20.12.2024)


