Robin Antar: „Make America Great Again“.

Robin Antar ist eine Bildhauerin aus dem New Yorker Stadtteil Brooklyn, und sie macht in Stein faszinierende Kopien von amerikanischen Alltagsgegenständen. Eine ihrer Arbeiten aus dem Jahr 2017 ist eine Baseballcap mit dem Slogan „Maga“ – ausgeschrieben „Make America Great Again“.

Den hatte der neue US-Präsident Donald Trump nicht selbst erfunden, sondern nur von Neuem populär gemacht hat.

Robin Antar hat im Mittelpunkt ihrer Arbeiten „Beobachtungen“, wie sie es selber nennt, Beobachtungen zur Alltagskultur der USA. Diese Objekte hebt sie in den Rang von Versteinerungen, sozusagen – das mag jeder interpretieren, wie er will.

Robin Antar: „Make America Great Again“.

Auf das Thema kam sie, als nach dem Anschlag von 9/11 viele US-Künstler die Fahne des Landes oder die Twin Towers zum Thema machten, während sich für Robin Antar eher die Frage stellte: „Was eigentlich ist Amerika?“

Viele Bücher sind dazu geschrieben worden. Wir lesen aktuell „The Epic of America“ (James Truslow Adams, 1931), in dem es unter anderem darum geht, wieso sich der nördliche Teil des Kontinents so anders entwickelt hat als der südliche, auch wenn die Kolonialisten allesamt aus der europäischen Kultur kamen. Adams war es übrigens, der den Begriff des „American Dream“ prägte.

Robin Antar hat ihren Blick auf jene Alltagsgegenstände gerichtet, die überall mit den USA verbunden werden. Wir hatten sie schon porträtiert und ihre steinerne Ketchupflasche, den Cowboyhut, die Jeansjacke usw. gezeigt.

Auch bei der Baseballcap und dem Slogan, der vielen US-Bürgern offenbar aus der Seele spricht, überlässt Robin Antar es den Betrachtern, eine Beurteilung abzugeben – klar, Meinungsfreiheit ist in den USA ein ganz hohes Gut.

Allerdings, das dürfen wir dazusagen, erlaubt sie sich gerne auch Kommentare, bevorzugt sarkastische, wie sie uns in einer Mail erzählt: Sie hatte bei der zuständigen US-Behörde angefragt, ob eine ihrer Versteinerungen unter Copyright gestellt werden könnte – „ich war der glücklichste Mensch der Welt, als ich die ablehnende Antwort bekam, weil meine Arbeit zu nahe am Original sei.“

Robin Antar

Fotos: Robin Antar