„Da Vinci’s Bridge“ von Professor Giuseppe Fallacara.„Da Vinci’s Bridge“ von Professor Giuseppe Fallacara.

Das Projekt „Brücke von da Vinci“ ist eine Hommage an den großen italienischen Ingenieur und gleichzeitig ein Experiment über den Einsatz moderner Techniken und Materialien im Bauwesen: Die Bauelemente wurden per 3D-Druck hergestellt, und dafür wurde Steinmehl verwendet.

Giuseppe Fallacara, Architekturprofessor am ArCoD-Department der Politechnischen Hochschule in Bari ganz im Süden Italiens, forscht seit vielen Jahren zu innovativen Konstruktionen mit Stein (Stereotomie) und hat sich von da Vincis Idee zum Namen seines Prototyps mit sechs Metern Spannweite inspirieren lassen.

Es wurde am 20. Dezember 2024 bei der Firma Gurrado Marmi in Gravina di Puglia eingeweiht.

Die 13 Segmente der Konstruktion sind per 3D-Drucker aus Steinmehl hergestellt. Steinmehl ist jene Masse, die anfällt, wenn ein Rohblock in Platten zersägt wird: Es ist eine Art von Brei, den ein 3D-Drucker in Schichten aufeinanderlegen kann. Das Bindemittel war im Fall der Da-Vinci-Brücke kalkbasiert.

Eine vergleichbare Resteverwertung ist aus der Holzindustrie bekannt, wo die Sägespäne zum Beispiel zu Spanplatten weiterverwertet werden können.

„Da Vinci’s Bridge“ von Professor Giuseppe Fallacara.

Das Know-how für den Umgang mit dem steinernen Brei kam von der Firma B&Y, den Drucker steuerte der Hersteller WASP bei. B&Y ist ein Start-up von Dr. Vincenzo Gurrado, der seinerseits aus der Natursteinfirma gleichen Namens stammt.

Die nächsten Schritte werden sein, die mechanischen Eigenschaften der neuen Elemente und der Konstruktion als Ganzes zu untersuchen und den Druckvorgang zu optimieren.

Wichtig für die Natursteinbranche sind Verwendungsmöglichkeiten für Steinmehl insofern, als sich eine Abfallverwertung positiv in der Ökobilanz des Materials niederschlägt.

„Da Vinci’s Bridge“ von Professor Giuseppe Fallacara.

Projektleitung: Prof. Giuseppe Fallacara (Dipartimento ArCoD – Politecnico di Bari)

Optimierung des Modells für die Fertigung: Arch. Ilaria Cavaliere (Politecnico di Bari), Arch.
Angelo Vito Graziano (Politecnico di Bari, FabLab Poliba), Mattia Morandi (WASP)

Optimierung des Materials und Herstellung der Bausteine: Dott. Vincenzo Gurrado (B&Y), WASP,
Ing. Claudio Gallo (Politecnico di Bari), Arch. Francesco Ciriello (Politecnico di Bari)

Produktion: WASP und B&Y

Partner: New Fundamentals Research Group

Fotos: Giuseppe Fallacara

Video von einer anderen Arbeitsgruppe: How Concrete Homes Are Built With A 3D-Printer