Der Freistaat Bayern investiert rund 12,2 Millionen Euro in die Gesamtinstandsetzung der Feldherrnhalle. Baubeginn soll im Frühjahr 2025 sein, wie Finanz- und Heimatminister Albert Füracker anlässlich der Beschlussfassung im Münchener Landtag sagte.
Die Instandsetzung sämtlicher Natursteinoberflächen sowie die statische Sicherung der umlaufenden Balustrade stellen den Schwerpunkt der Maßnahme dar. Auch die drei Großbronzen im Halleninnern sowie die markanten Löwenstandbilder aus Marmor, die die Zugangstreppe flankieren, werden restauriert und erhalten ihren ursprünglichen Glanz zurück.
Für die dauerhafte Standsicherheit von Gewölbe und Pfeilern ist eine statische Ertüchtigung der Eisenkonstruktion erforderlich. Außerdem finden eine Neuverputzung und eine Neufassung der Putzflächen an der Rückwand der Feldherrnhalle sowie die Sanierung des Daches statt. Darüber hinaus wird in Anlehnung an den historischen Asphaltbelag im Podium ein neuer, dichter Belag aus geschliffenem Gussasphaltestrich eingebaut. Die Projektleitung hat das Staatliche Bauamt München 1.
Die Feldherrnhalle, deren architektonisches Vorbild die „Loggia dei Lanzi“ in Florenz ist, hat eine bewegte Geschichte. Sie wurde 1841 bis 1844 im Auftrag König Ludwigs I. von Bayern nach Entwürfen von Friedrich von Gärtner errichtet, um der bayerischen Armee und ihren siegreichen Feldherren ein Denkmal zu setzen. Die Bronzestandbilder von Graf Tilly und Fürst Wrede wurden nach Entwurf von Ludwig von Schwanthaler aus eingeschmolzenen Kanonen gegossen. Prinzregent Luitpold ließ 1892 das zweifigurige „Armeedenkmal“ in der Mitte der Halle aufstellen. Diese monumentale Bronzegruppe von Ferdinand von Miller dem Jüngeren erinnert an den Deutsch-Französischen Krieg 1870/71. Die Marmorlöwen zu Seiten des Treppenaufgangs wurden 1905 von Wilhelm Ruemann geschaffen.
Am 9. November 1923 wurde hier ein Zug von Nationalsozialisten bei einem Putschversuch, unter ihnen Adolf Hitler, von der Polizei aufgehalten. Eine Bronzetafel an der Residenz München erinnert an die dabei getöteten Polizisten.
Nach der Machtergreifung durch die Nazis wurde die Halle bei zahlreichen Events als Kultort in Szene gesetzt. Auf einer Seite gab es eine SA-Ehrenwache und eine Tafel, die jeder Passant mit dem Hitlergruß zu grüßen hatte. Bei manchen Bürgern wurde es deshalb üblich, hinter dem Gebäude herumzugehen, um zum Odeonsplatz zu kommen. Ein weißer Streifen im Pflaster der Viscardigasse erinnert daran.

