1. Marmomac Brazil, 2025.1. Marmomac Brazil, 2025.

Ótima repaginada, oder „sehr gut neu gestaltet“, war die häufigste Meinung, die wir von brasilianischen und ausländischen Ausstellern auf der ersten Ausgabe der Marmomac Brazil hörten, die vom 18. bis 20. Februar 2025 in São Paulo stattfand. Der Vorteil der Umlegung der größten Natursteinmesse des lateinamerikanischen Subkontinents in das größte Zentrum der Region liegt auf der Hand. Allerdings war auch klar, dass damit die Tradition und die Nähe zum eigentlichen wirtschaftlichen Zentrum der Steinbranche Brasiliens, nämlich dem Bundesstaat Espírito Santo (ES), verloren gehen würde. Dort kommen 80 % der brasilianischen Steine aus dem Boden und aus den Fabriken.

Mit dem neuen Messenamen (vorher: Vitória Stone Fair) und dem neuen Standort stellte sich auch die Frage, ob das Management der Messe oder ein großer Teil davon in ausländische Hände, genauer gesagt an die italienische Gruppe Veronafiere, übergehen würde.

Werfen wir einen Blick auf die Resonanz der Veranstaltung in Bezug auf die Interessen von Ausstellern & Unternehmen, Besuchern & Publikum, in Bezug auf Quantität, Qualität, Form und Inhalt.

Wir werden die Zahlen der Aussteller und Besucher veröffentlichen, sobald wir sie vom Veranstalter bekommen.

„Ich habe das Gefühl, dass ich bereits am dritten Tag der Messe bin“, sagte Madson Hora, Inhaber von Margramar, einem der größten Steinunternehmen des Landes, am Eröffnungsnachmittag gegenüber Stone-Ideas.com und fasste damit das allgemeine Gefühl der Händler zusammen. Die Zahl der Besucher in der Ausstellungshalle hat sich am zweiten Tag mehr als verdoppelt und ist am dritten und letzten Tag weiter gestiegen. Nach Angaben der Organisatoren wurden Unternehmen aus mehr als 60 Ländern erwartet, wobei die Vereinigten Staaten, China, Mexiko und die Vereinigten Arabischen Emirate hervorstachen, und es wurde ein Gesamtumsatz von über 160 Millionen Euro erwartet.

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Auf einer Ausstellungsfläche von mehr als 14.000 Quadratmetern waren 200 Marken vertreten, die Steinbrüche, Verarbeitungsunternehmen und Hersteller von Verarbeitungstechnik aus Brasilien, Italien, China, der Türkei und Griechenland repräsentierten.

In den Gängen gab es insgesamt 114 Stände, davon 59 von Steinunternehmen, 29 von Vorleistungsunternehmen, 13 von Maschinenunternehmen, elf von Dienstleistungsunternehmen und fünf von Industrie- und/oder Handelsverbänden.

Becky Li, CEO von Xiamen B&I Stone Co, einem Steinlieferanten, stellte zunächst fest, dass die Messe etwas geschrumpft sei, fügte dann aber hinzu, dass die Veranstaltung jetzt moderner und attraktiver sei. Obwohl sie mit der Position ihres Standes an einer Seite der Halle und der Nähe des Werkzeugsektors nicht sehr glücklich war, war sie mit den Kontakten zufrieden. Am zweiten Tag stellte sie fest, dass die Zahl der Architekten und lateinamerikanischen Händler im Vergleich zu ihren früheren Erfahrungen im Bundesstaat Espírito Santo sogar gestiegen war.

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„Überraschend“ war ein weiteres Wort, das von neun von zehn unserer Befragten, die ihre Produkte auf mehreren großen internationalen Messen ausstellen, verwendet wurde. Sie verwiesen auf die zunehmende Internationalisierung der Fachbesucher und unter ihnen auf die Zunahme der Fachleute aus dem Bereich Architektur – gefolgt von mittleren und kleinen Marmor- und Granitdienstleistern.

Wir werden später noch mehr über Architektur und Design auf der Marmomac Brazil sprechen.

Was die ausländischen Einkäufer betrifft, so waren Ihre Antworten nicht so einheitlich, aber unsere Erfahrung war, dass die Vereinigten Staaten und China sich mit lateinamerikanischen Ländern (insbesondere Mexiko) bei den Erstnennungen und Australien und Asien im Allgemeinen (insbesondere Indien) bei den Zweitnennungen abwechselten.

Vielleicht fragen Sie sich, liebe Leser, welche Rolle Italien als Land der Marmomac spielte und warum wir seine Vertreter noch nicht erwähnt haben. Nun, wir haben sie nicht zu den oben genannten Aspekten befragt, um die Selbstdarstellung zu vermeiden, die für jeden Veranstalter Pflicht ist.

Es muss gesagt werden, dass nach der Begrüßung durch Flavia Milaneze, CEO von Milanez & Milaneze SA, einer Tochtergesellschaft von Veronafiere, die ersten Reden der Eröffnungszeremonie von italienischen Geschäftsleuten und Behörden gehalten wurden, während die Botschaften von brasilianischen Geschäftsleuten und Behörden erst am Ende der Zeremonie folgten.

Könnte dies ein Zeichen für eine neue Ausrichtung von Brasiliens größter Steinmesse sein?

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Die Antwort der brasilianischen Unternehmer und Verbandsführer auf die Frage war einhellig, ja enthusiastisch, in dem Sinn, dass Zusammenarbeit dem Wettbewerb weit überlegen ist. Frederico Robison, Inhaber von Marbrasa, einem der größten Steinunternehmen des Landes, würdigte zunächst die, wie er sagte, wohlverdiente Rolle Italiens als Trendsetter Nummer eins in diesem Sektor. Dann hob er den Austausch von Know-how hervor und erwähnte objektiv die partnerschaftliche Haltung der Italiener bei technischen Zweifeln über die beste Lösung für bestimmte widrige Umstände bei der Ausbeutung bestimmter Funde in einem Steinbruch.

Keine „Übernahme“ des brasilianischen Marktes durch Marmomac

Auf die Befürchtungen einer angeblichen „Übernahme“ des brasilianischen Marktes durch Marmomac angesprochen, zeigte sich auch der Vizepräsident des brasilianischen Natursteinverbandes Centrorochas, Fábio Cruz, überrascht: „Eigentlich gefällt mit diese Unterstellung, denn die Marmomac ist die größte Naturstein-Verkaufsplattform der Welt, Verona ist die größte Messe der Welt in diesem Bereich und sie haben tatsächlich vor einigen Jahren 50% (der brasilianischen Natursteinmesse) gekauft. Dies ist die erste Marmomac außerhalb Italiens, und wenn sie sich entschlossen haben, sie hier abzuhalten, ist das ein Zeichen für alle anderen Länder, dass wir der große Trend des Augenblicks sind.“

Nach den technischen und wirtschaftlichen Kriterien, die mit der staatlichen brasilianischen Exportförderungsagentur APEX festgelegt wurden, sind die vorrangigen Märkte Brasiliens Australien, Mexiko, die Vereinigten Staaten, die Vereinigten Arabischen Emirate, China, Italien, Indien und Polen.

Was die Länder am Persischen Golf betrifft – die eine Delegation von Unterhändlern zur Messe in São Paulo schickten – glaubt Cruz, dass die brasilianischen Verkäufer die arabische Verhandlungskultur besser verstehen müssen: „Wir sind sehr daran gewöhnt, im Westen Geschäfte zu machen. Die Araber sind sehr liebevoll, was den Brasilianern sehr am Herzen liegt, aber wir haben ihre Art, Geschäfte zu machen, noch nicht verstanden. Die Italiener machen das übrigens schon seit langem sehr gut.“

Im Jahr 2024 erzielte Brasilien 7,8 Millionen Dollar (6697,1 Tonnen) an Exporten in den Persischen Golf (Saudi-Arabien, Bahrain, Katar, die Vereinigten Arabischen Emirate, Irak, Iran und Kuwait) mit einem Wachstum von 27,3 % im Vergleich zum Vorjahr, so Centrorochas.

Viele Stände mit neuem Design

Um auf das Thema Architektur und Design zurückzukommen, sollte man einige Belege für die Umsetzung einer brasilianischen institutionellen und unternehmerischen Strategie in diesen Bereichen anführen. Der erste Teil davon ist die „Repaginada“ oder Neugestaltung der Stände im Vergleich zur Messe in Vitoria. Sowohl das Gebäude (das Äußere und die unterstützenden Einrichtungen) als auch der Inhalt der Messe stellen einen deutlichen Qualitätssprung dar, der von den Verantwortlichen des Bundesstaates ES, die in diesem Sektor in Brasilien eindeutig führend sind, ohne jeden Widerstand anerkannt wurde.

Hervorzuheben ist, dass Nachhaltigkeit das große Thema des Konferenzprogramms war.

Schließlich, und das verdient einen separaten Bericht in Stone-Ideas.com, wurde die Zeitschrift „Stone In“ vorgestellt. In ihr soll es um Architektur (Außen- und Innenbereich) und Design mit Naturstein gehen, dies mit Fokus auf junge brasilianische Fachleute als Akteure. Die von Cíntia Miguel und Isabela Avancini herausgegebene Publikation ist ihre persönliche Initiative, die von der Geschäftsführerin von Marmomacc Brasilien, Flávia Milaneze, und dem Vizepräsidenten des brasilianischen Natursteinverbandes (Centrorochas), Fábio Cruz, persönlich unterstützt wird. Ziel des Magazins ist es, den brasilianischen Unternehmern die Themen näherzubringen, auch in Bezug auf die Sprache und die Terminologie der jungen Kreativen.

Ein sehr junges Publikum bei den Vorträgen

Der beste Beleg für einen guten Start in dieser Richtung war das große, sehr junge Publikum, das ständig den gesamten oder zumindest drei Viertel des Hörsaals für die Vorträge besetzte. Man hätte sie aus der Zeitschrift „Stone In“ herauslösen können – und einige von ihnen waren es auch. In den Warteschlangen am Eingang (kostenlos, aber mit Anmeldepflicht) und in den Gängen hatte man den Eindruck, dass die gleichzeitig die Fakultäten für Design, Mode und Architektur in einem (fiktiven) Gebäude nebenan ihre Studenten in die Halle der Marmomac Brazil geschickt hatten.

Zwar waren sie eindeutig in der Minderheit, aber sie waren auffällig.

Ihr Weg über das Gelände verlief analog zur Strömung in einem Aquariums, in dem sich kleine Fische in Gruppen auf der Suche nach Luft an die Oberfläche bewegen (die inspirierenden Firmenstände), sofort und in einem etwas beschleunigten Tempo zu den Nährstoffen im Hintergrund zurückkehren (die Vorträge im Auditorium) und am Ende eines solchen Programms merklich dünner werden.

An einigen Ständen fanden informelle und offensichtlich improvisierte Live-Präsentationen von Architekten und Designern statt, was dort zu einem kurzen Stau dieser jungen, farbenfrohen Fische führte, der in friedlichem Kontrast zu den größeren, mehr in grau gehaltenen und nüchterneren Ständen stand.

Stan der Firma Pemagran mit designerin Larissa Abreu.

„Lange Zeit haben wir uns in Brasilien auf uniforme Steine konzentriert. Erst in den letzten Jahren sind die Sorten mit starken Mustern und Farben, die Exotischen, wirklich in den Mittelpunkt gerückt“, sagte die Innenarchitektin Larissa Abreu, die Dutzende von Fachleuten (mit der Zeitschrift Stone In, die die junge Designerin Natalia Scarpati und die Architekten Karolinna Venturi und Rômulo Pegoretti vorstellte) zusammenbrachte, um über dieses Thema zu sprechen.

Zufällig oder nicht, spiegelten diese Korridore in gewisser Weise das Gesicht der jungen, wohlhabenden, aber bereits erwachsenen Gesellschaft Brasiliens wider.

Marmomac Brazil, 24. bis 26. Februar 2026

Fotos: Veronafiere / Marcelo de Oliveira

Eröffnung Marmomac Brazil, 2025: (6.v.l.: Federico Bricolo (Präsident Veronafiere);  8.v.l.: Flavia Milaneze (CEO Milanez & Milaneze SA); 10.v.l.: Tales Machado, Präsident Centrorochas. 1. Marmomac Brazil, 2025.