Der Boden des Jahres 2025 ist die Rendzina, ein besonderer Bodentyp auf Kalk- oder Gipsgestein. Ihr besonderes Merkmal ist: unter dem humus- und nährstoffreichen Oberboden folgt direkt der Gesteinsuntergrund.
Mit ihrem hohen Karbonatgehalt bieten die Rendzinen hervorragende Bedingungen für Bodenlebewesen. Pflanzenstreu wird schnell zu organischer Bodensubstanz umgewandelt und intensiv eingearbeitet, z.B. durch Regenwürmer. Das hat eine beträchtliche Humusanreicherung zur Folge.
Dennoch sind Rendzinen für den Ackerbau oft weniger geeignet, da sie aufgrund ihrer fehlenden Tiefgründigkeit nur oberflächlich bearbeitet werden können und beim Pflügen immer wieder größere Gesteinsbrocken an die Oberfläche gebracht werden.
Kuriosität am Rande: Der Name geht laut Wikipedia auf das alt-polnische Wort für schwätzen und schimpfen zurück und bezieht sich auf die Geräusche, die der Pflug an diesen Steinen macht. Übrigens: Böden können auch von sich aus Geräusche machen, etwa in Gebirgen oder kühlen Regionen, wenn die Erde sich nachts zusammenzieht und morgens wieder ausdehnt. Erdbeben verursachen sogar dröhnendes Knacken.
Zurück zur Rendzina: Negativ für den Ackerbau ist auch, dass das Wasser durch das kluftreiche und lösliche Gestein in der Regel versickert. Umgekehrt führt das aber auch dazu, dass sich auf der Rendzina gerne ein Trockenrasen mit zahlreichen seltenen Blütenpflanzen entwickelt.
Ansonsten bedeckt oft Wald solche Standorte, oft auch in Form von stattlichen alten Buchenbeständen.
Rendzinen kommen in Deutschland in den Hoch- und Mittelgebirgsbereichen mit Kalk, Dolomit oder Gips als anstehendem Gestein vor, also in den Alpen, auf den Jurakalkflächen der Fränkischen und Schwäbischen Alb oder in den Muschelkalkgebieten, etwa in Thüringen. Aber auch ganz im Norden gibt es Rendzinen, nämlich auf den Kalken aus der Kreidezeit.
„Boden des Jahres“ ist seit 2005 eine Aktion des Kuratoriums gleichen Namens, das von den Fachverbänden Deutsche Bodenkundliche Gesellschaft (DBG), Bundesverband Boden (BVB) und Ingenieurtechnischer Verband für Altlastenmanagement und Flächenrecycling (ITVA) getragen wird. Die Aktion wird gefördert vom Umweltbundesamt (UBA) in Dessau. Den Initiatoren geht es darum, „den Böden ein Gesicht zu geben – in einer Sprache, die jede/r versteht“, wie der Bodenkundler Dr. Gerhard Milbert, Sprecher des Kuratoriums, sagt.
Beteiligt sind Verbände aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Diesmal kommt Dänemark als Partnerland hinzu.
