Schlicht und einfach „Rosa Torget“ (Rosa Platz) ist der Name für den neuen Stadtraum in der schwedischen Metropole Malmö, und doch verbirgt sich dahinter ein weit reichendes Konzept für die moderne Stadt: Er ist gedacht als ein Ort, wo die Bürger gezielt oder zufällig zusammenkommen und, vielleicht – zusammen tanzen. Dafür ist er mit Backstein und Naturstein gepflastert. Außerdem kann man an einer Stelle das Handy anschließen.
Der Platz ist auch eine Verbindung zwischen unterschiedlichen Lebensphasen, die die Menschen durchlaufen – er liegt vor dem alten Verwaltungsgebäude des Universitätsklinikums und ist insofern auch ein Ort des Übergangs vom Kranksein zum Gesundsein.
Die Planung stammt von dansbana!, das sind die Architektinnen Anna Fridolin, Anna Pang und Teres Selberg, und sie schreiben zu ihrem Kunstwerk: „Wir wollten einen einladenden, spielerischen, warmen öffentlichen Raum schaffen, der Aktivitäten und Austausch anziehen und eine eigene Welt schaffen kann – eine Verbindung und ein gestalteter Übergang zwischen dem Krankenhausbereich und der Stadt Malmö.“
Kennzeichen des Ensembles ist das Bodenmuster aus Backstein, darin integriert die Tanzfläche mit 8,8 m x 8,8 m aus dem roten Älvdal-Quarzit und weißem norwegischem Granit.
Direkt angrenzend an diesem Tanzbereich befindet sich eine der Backsteinskulpturen, hier der Rundbogen mit dem Handy-Zugang und den Lautsprechern. Daneben gibt es noch zwei weitere Skulpturen: einen andersherum gedrehten Bogen und eine niedrige Wand aus mehreren schlangenförmigen Einzelteilen, die als Sitzbank dienen kann.
Teres Selberg schildert uns, woher die Idee für den Stadtraum stammt: „An vielen Orten auf der Welt (nach meiner eigenen Erfahrung vor allem in den südlichen Teilen Europas) treffen sich Leute spontan zum Tanzen auf Plätzen mit Steinbelag, in der Regel Kalkstein.“
In Schweden aber müse man im Winter die Straßen und Plätze mit Salz frei von Schnee und Eis freihalten, und da sei der heimische Kalkstein für eine Open-Air-Tanzfläche ungeeignet. Aber es gebe ja auch die anderen Steinsorten, die sich zudem polieren ließen.
Dann fügt sie noch hinzu, wie aus der Idee ein Projekt wurde und wie sich der Ort zu einem Treffpunkt für alle Bürger veränderte: „Im Sommer 2022 haben wir erste Tanz-Workshops auf dem Gelände veranstaltet, um mit den Patienten des Krankenhauses und der Malmöer Tanzgemeinschaft in Dialog zu kommen. Wir haben eine Vielzahl verschiedener Tanzakteure eingeladen, darunter solche für Tai Chi, Qui Gong, afrikanische Tänzer, verschiedene Straßentänzer und Folkloretanzgruppen.“
Der Funke zündete, wie die Kommentare in der Presse belegen.
Die offizielle Eröffnung ist für August 2025 geplant. Wir hatten eine Beschreibung des Projekts im Magazin „Sten“ (4/2024) des schwedischen Natursteinverbands (Sveriges Stenindustriförbund) gefunden.
Zeitschrift „Sten“ (schwedisch)



