Zum 29. Mal fand 2025 in Mailand die Kunstmesse Miart (04. bis 06. April) mit 179 Galerien aus 31 Ländern auf fünf Kontinenten als Ausstellern statt. Daneben präsentierten sich wie üblich zahlreiche Initiativen aus der Kunstszene weltweit. Die Schau liegt fast zeitgleich mit den großen Design-Events Salone del Mobile (auf dem Messegelände im Stadtteil Rho) und Fuorisalone (über die ganze Innenstadt verteilt mit Schwerpunkt im Stadtteil Brera).
Zur Miart kamen rund 45.000 Besucher.
Die Kunstmesse ist im Vergleich zu den beiden genannten Design-Events zwar klein, füllt aber eine komplette Halle im Messezentrum Allianz MiCo nur ein paar Schritte von der Metrostation Portello entfernt. Dort hält eine der neuen U-Bahn-Linien mit automatischem Betrieb, wo es anstelle des Fahrerabteils im ersten und letzten Wagen einen freien Blick in den Tunnel gibt.
Veranstalter auch der Miart ist die Messegesellschaft der Stadt (FieraMilano). Hauptsponsor ist das Bankhaus Intesa Sanpaolo Private Banking, das laut Pressemitteilung im Rahmen der Schau seine „innovativen und umfassenden Dienstleistungen in der Vermögensverwaltung präsentiert“. Die Bank hat eine Abteilung mit Beratern für den Kunstmarkt, „konzipiert für diejenigen, die die Kunst als eine Möglichkeit sehen, um ihr Vermögen zu diversifizieren und zu vergrößern“.
Mailand ist halt in Italien das Zentrum der Finanzbranche und generell der Wirtschaft.
Das Messekonzept war durch drei Schwerpunkte geprägt:
* Im Bereich „Emergent“ zeigten 25 Galerien Arbeiten von Künstlern, die noch am Anfang ihrer Karriere stehen;
* „Established“ nahm den größten Teil der Schau ein. Hier präsentierten Galerien Werke von großen Meistern der modernen Kunst oder aktuelle Arbeiten;
* „Portal“ nannte sich das Spielfeld mit zehn Galerien, die „unser Verständnis von festen Geografien, Sprachen und Zeitlichkeiten hinterfragen“.
Titelthema 2025 war „Among Friends“ (Unter Freunden). Das Motto bezieht sich auf Robert Rauschenberg (gestorben 2008), Wegbereiter der Pop Art, der in diesem Jahr 100 Jahre alt geworden wäre. Er verstand die Kunst als einen gemeinsamen Prozess und als ein Zusammenspiel mit vielen Beteiligten.
Verschiedene Preise wurden vergeben. Besonders erwähnenswert ist die Kunstförderung durch die Fondazione Fiera Milano. Sie kauft regelmäßig Kunstwerke an und stellt sie öffentlich aus.
Wir zeigen einige der ausgestellten Werke, vor allem mit Stein, die uns aufgefallen waren. Bitte entschuldigen Sie die schlechte Qualität der Fotos.
Miart Art Fair 2026, 17. – 19. April
Aronne Pleuteri: „Tu sei qui“ (You are here, 2001). Art Noble Gallery, Milan.
Elena Damiani. Galleria Massimo Minini, Brescia.
Alessandra Spranzi: „Il flauto e l’uccello“, 2006. Galleria p420, Bologna.
Lynda Benglis: „Yellow Miele“, 2024, Onyx Honey. Gallery Thomas Brambilla, Bergamo.
Chris Soal: „A language of Soul“, 2025, bamboo and Birch Wood toothpicks. Gallery Whatiftheworld, Cape Town.
„After the Pandemic“, 2021, African wax paint fabric. Primo Marella Gallery, Milan/Lugano.
Mattia Bosco: „Sezione Aureo“, 2024, marmo palissandro, foglia d’oro. Atipografia Gallery, Arzignano.
Julian Charrière: „Conversations With Nature“, 2025.
Ugo Rondinone: „The body + the soul (front), 2023, stone. Cardi Gallery, London/Milan.
Fabrizio Prevdello: „S.T. (381)“, 2024, onice, vetro camera, marmo, cemento armato, acciaio, gomma. Gallery Cardelli & Fontana, Sarzana.
Alex Hartley; „This isn’t the Time“, 2023, silver gelation fibre photographic print on Diband, pencil and graphic on Cartridge paper. Victoria Miro gallery, London/Venice.

