Der türkische Verband Aegean Mineral Exporters‘ Association (EMIB) mit Sitz in Izmir, wo auch die wichtigste Natursteinmesse des Landes stattfindet, hat vom 27. bis 31. Juli 2025 eine Handelsdelegation in Kenias Hauptstadt Nairobi geschickt. Vertreter von zehn Natursteinfirmen trafen sich mit möglichen Handelspartnern von dort und aus den Nachbarländern Somalia, Äthiopien, Südsudan, Uganda und Tansania, um das Marktpotenzial zu sondieren. Verbandspräsident İbrahim Alimoğlu zeigte sich nach dem Besuch sehr erwartungsvoll: „Kenia hat ein erhebliches Potenzial für den Natursteinsektor. Es ist einer der größten Märkte der Region“, wie es in einem Bericht auf der EMIB/EIB-Webpage heißt.
Im Fünf-Sterne-Hotel Nairobi Serena fanden die Gespräche mit 48 Kontaktpersonen statt. „Wir haben wichtige Markttrends auf dem afrikanischen Kontinent aus erster Hand erfahren und konnten so wertvolle Einblicke in geeignete Produkte für diesen Markt und in die Nachfrage dort erhalten“, wird Alimoğlu weiter zitiert.
Zum Programm zählten auch Besuche bei Unternehmen vor Ort: Einige verkaufen Naturstein für Bau und Innenausbau, eines ist im Bereich von Küchenarbeitsplatten aktiv, zeigt auf seiner Webpage jedoch nur Kunststeine.
Deutlich wird hier, dass die türkischen Firmen Fertigprodukte liefern wollen. Von der Lieferung von Blöcken wie etwa nach China ist keine Rede. Die Verbandswebpage nennt „Einkaufszentren, Wohnhäuser und Dienstleistungsgebäude“ als Einsatzbereiche für türkischen Marmor und andere Sorten.
„30 % dieser Kontakte können kurz- oder mittelfristig positive Ergebnisse bringen“, zieht Alimoğlu Bilanz. „Das ist ein sehr gutes Ergebnis, wenn man einen Markt zum ersten Mal besucht.“
Das türkische Handelsministerium förderte die Reise, die übrigens nicht üppig ausgestattet war: Die Firmenchefs und weitere Firmenvertreter flogen Economy Class und buchten den Nachtflug von Istanbul nach Nairobi beziehungsweise zurück. Wenige Stunden nach der Ankunft in Nairobi besuchten sie Firmen vor Ort und am Abend hatten sie im Hotel die Gespräche für den nächsten Tag vorzubereiten.
Seit 2003 hat die türkische Regierung den afrikanischen Kontinent im Blick, seit man die Initiative „Opening to Africa“ startete. Von Anfang an wollte man auch Märkte jenseits der Zielländer in Nordafrika erreichen. Vor allem chemische Produkte kaufen diese Länder am Bosporus ein, daneben auch Agrarprodukte, Stahl, Textilien, Rohstoffe und Autos.
Wichtiger Bestandteil sind auch Kooperationen im Bereich der Verteidigung, sprich: Waffenlieferungen.
Im ersten Halbjahr 2025 erreichten die gesamten türkischen Exporte nach Afrika knapp 10 Milliarden US-Dollar. An der Spitze lag Marokko (1,8 Milliarden), gefolgt von Ägypten (1,6 Milliarden), Libyen (1,3 Milliarden), Tunesien (0,554 Milliarden), Südafrika (0,305 Milliarden) und Nigeria (0,242 Milliarden), meldet die regierungsnahe Zeitung Daily Sabah.
Für die nahe Zukunft plant der Steinverband EMIB, Handelsdelegationen auch nach Südafrika und Nigeria zu schicken. Das kann im Rahmen des UR-GE-Programms geschehen, das kleine und mittelgroße Unternehmen beim Export unterstützt. Einer der Mitreisenden wird auf der Verbandswebpage zitiert: „Wir planen, die mit Kenia begonnene Initiative mit anderen Zielmärkten wie Brasilien, Marokko und Algerien fortzusetzen.“
Die mitreisenden türkischen Firmen waren:
Alimoğlu Mining Industry and Trade Joint Stock Company, Alimoğlu Marble Granite, Çelikkol Marble Mining Industry and Trade Limited Company, COBANEXPORT Mining, Ermaş Mining Tourism Industry and Trade Joint Stock Company, Haz Marble Industry and Trade Joint Stock Company, Merdivenci Marble, Özçınar Electrical Materials Mining Industry and Trade Limited Company, Şenler Marble und TT Stone.
Dachverband Aegean Exporters‘ Association (EIB)
