Das Turniergebäude in Bad Kissingen nach der Sanierung. Foto: Deutsche Stiftung DenkmalschutzDas Turniergebäude in Bad Kissingen nach der Sanierung. Foto: Deutsche Stiftung Denkmalschutz

Bad Kissingen ist schon seit langem ein berühmter Kurort weit über die Grenzen von Bayerns heutigem Regierungsbezirk Unterfranken hinaus. Ein Denkmal des damaligen Lebensstils ist das Turniergebäude, jedoch war es in den letzten Jahrzehnten akut bedroht: Das denkmalgeschützte Gebäude mit seinen Mauerverkleidungen aus rotem Sandstein musste aufgrund von massiven Schädigungen gesperrt werden. Nun konnten die Stadt und die Deutsche Stiftung Denkmalschutz mit vereinten Kräften die Instandsetzung verwirklichen und dafür viele Spenden gewinnen.

Trinkkur vor dem Frühstück, später ein ausgedehnter Spaziergang in den Kuranlagen oder auf den Wegen rund um die Saale-Stadt, dann ein Solebad und schließlich ausgiebig Schlaf, bis am nächsten Morgen das Programm von vorne startete: Der Bad Kissinger Kur-Alltag war klar strukturiert und ganz auf Erholung der Gäste ausgelegt.

Schäden an der markanten Bekleidung der Mauern aus lokalem Sandstein. Foto: Deutsche Stiftung Denkmalschutz

Dennoch sollte auch das Vergnügen nicht zu kurz kommen: Konzerte, Theateraufführungen und festliche Bälle boten Abwechslung. Als Bad Kissingen in den 1920er Jahren nach der Unterbrechung durch den Ersten Weltkrieg (1914-1918) an die ruhmreiche Vergangenheit als Kurstadt anknüpfen wollte, setzte man auf den damals hochmodernen Flugsport und Reit- und Fahrturniere, um wohlhabende Gäste anzulocken.

1922 wurde das markante Turniergebäude errichtet. Trotz der reduzierten Architektur ist es ganz bewusst gestaltet: Seine Mitte wird durch die pavillonartige Erhöhung des Daches betont. Weithin sichtbar prangt darunter der Schriftzug „Bad Kissingen“. Auf dem hohen Sockelgeschoss befinden sich die Zuschauerränge für bis zu 900 Menschen.

In den 1920ern war das Turniergebäude ein gesellschaftlicher Treffpunkt. 
Foto: Stadtarchiv Bad Kissingen, Fotosammlung

Über repräsentative, mit rotem Sandstein verkleidete Treppen in der Mitte und an den beiden Gebäudeenden gelangt man dorthin. Das flache Satteldach, das von hölzernen Stützen getragen wird, schützt die Zuschauer vor Regen und zu viel Sonne. Die große Grünfläche davor hat bis heute eine Doppelfunktion als Flug- und als Reitplatz.

2025 konnten die dringend nötigen Sanierungsarbeiten abgeschlossen werden: Die Dachhaut musste abgedichtet und das Holztragwerk ertüchtigt werden. Natursteinarbeiten waren ebenso nötig, weil an den Treppenanlagen die Sandsteinverkleidung teilweise herabgefallen war.

Die Anlage ist heute ein wichtiges Element der UNESCO-Welterbestätte „Die bedeutenden Kurstädte Europas“.

Quelle: Deutsche Stuftung Denkmalschutz

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