Seit Beginn der russischen Invasion am 24. Februar 2022 kämpft die Ukraine gegen Russland. Ein Teil des Widerstands besteht darin, dass viele Fabriken trotz des andauernden Krieges weiter produzieren. Eine davon ist Golovinski Stone mit seinem berühmten GOLOVINSKI LABRADORIT (früher: Volga Blue). Auf unsere Frage, wie der Abbau und die Verarbeitung in diesen Zeiten möglich sind, antwortet der CEO des Unternehmens, Alexandr Somak, kurz: „Wir haben die Logistikwege angepasst, Notstromsysteme installiert und die Sicherheitsprotokolle verschärft.“ Die Notstromversorgung besteht unter anderem aus 500 kW Solarpanes und Dieselgeneratoren für den Betrieb der Fahrzeuge. Das Ergebnis: „Trotz der Herausforderungen bleibt unsere Produktion stabil und effizient.“ Oleg Majewski, ein Spezialist im Steinsektor des Landes, liefert Details zur Geschichte von Golovinski und zur heutigen Ausstattung.
Von Oleg Majewski
Auf der Marmomac in Verona im September 2025 erregte der Golovinski Labradorit große Aufmerksamkeit aufgrund seines tiefblauen Schimmers und seiner außergewöhnlichen Schönheit. Er wird in gewaltigen Platten auf den Markt gebracht.
Die Modernisierung der Verarbeitung begann im Jahr 2021. Die Technologie wurde von der italienischen Firma Pedrini bereitgestellt. Die Anlage umfasst Mehrseil- und Einzelseilsägen, eine automatisierte Linie für das Resinieren, ein 20-Kopf-Polier-System, Plattenscanner und eine fortschrittliche Qualitätskontrolle. Die monatliche Kapazität beträgt 15.000 m² Platten, die in einem Zwei-Schicht-Betrieb verarbeitet werden. Alle Systeme sind online vernetzt, was eine kontinuierliche 24/7-Überwachung und Fernwartung durch die Ingenieure von Pedrini ermöglicht.
Heute produziert Golovinski Platten mit Standarddicken von 20 mm und 30 mm sowie Sonderanfertigungen. Die Standardgrößen sind 3000 × 2000 mm. Die Oberflächenausführungen umfassen poliert, matt (seidenmatt) und gebürstet (Leder).
Im Steinbruch wurden seit 2021 die Abbaueffizienz und die Blockintegrität auf das höchste Niveau gebracht, wobei die Blöcke ein Gewicht von über 40 Tonnen erreichen. Seit 2025 produziert der Steinbruch zwischen 1.200 und 1.500 m³ kommerzieller Blöcke pro Monat.
Das Unternehmen Golovinski aus dem Dorf Golovine
Die Geschichte von Golovinki reicht bis in die 1880er Jahre zurück, als Bauern im Dorf Golovine in der Region (Oblast) Schytomyr auffällige Steine entlang des Flusses Bystriyivka entdeckten. Der Grundbesitzer M. Salis schickte Proben an die Russische Geografische Gesellschaft. Nach einer fachkundigen Bewertung gründete Salis zusammen mit einem benachbarten Grundbesitzer 1894 die Partnerschaft Dushynski & Salis und gab eine geologische Untersuchung in Auftrag, die das Vorhandensein bedeutender Vorkommen bestätigte, die für den Abbau und die kommerzielle Nutzung geeignet waren.
Zwei Jahre später wurde in der Nähe des Steinbruchs eine Polierfabrik eröffnet, die mit schwedischen Poliermaschinen ausgestattet war. Von da an wurden Fliesen und dekorative Steinprodukte aus Golowvne nach Schytomyr, Kiew und St. Petersburg geliefert und später auch ins Ausland exportiert.
In den 1920er Jahren, nun in der Sowjetzeit, stieg die Nachfrage nach ukrainischem Granit und Labradorit rapide an, da diese Materialien in großem Umfang für monumentale sowjetische Bauwerke verwendet wurden. 1926 wurden der Steinbruch und die Steinverarbeitungsanlage von Golowine dem Moskauer Trust „Mineralische Rohstoffe” unterstellt. Der Stein wurde für den Bau des Lenin-Mausoleums sowie für Denkmäler und öffentliche Gebäude in Kiew, Charkiw und Moskau eingesetzt.
Im Jahr 1930 wurde in Golovine die Schule für Steinhandwerker gegründet, die zu einem wichtigen Ausbildungszentrum für ukrainische Steinmetzkunst und -industrie wurde. Eine Modernisierungswelle folgte in den 1960er Jahren mit neuen Werkstätten, Produktionslinien und Ausrüstung. Der Steinbruchbetrieb basierte auf Bohr- und Sprengarbeiten, während Granitblöcke mit Druckluftbohrern und manuellem Spalten gespalten und geformt wurden.
Als die Sowjetunion Ende der 1980er Jahre Außenhandel liberalisierte, gelangte ukrainischer Labradorit über Moskau auf die internationalen Märkte. Auf der Messe in Carrara sorgte der Stein für Aufsehen.
Nach dem Zusammenbruch der UdSSR verlor der Granitsteinbruch Golovinski allmählich seine Produktionskapazität. Aber das Interesse an dem Stein bestand weltweit weiter. Aufgrund der staatlichen Eigentumsverhältnisse und des Mangels an Kapital kam die Modernisierung zum Stillstand, und das Unternehmen exportierte eher Rohblöcke als verarbeitete Materialien. Auf internationaler Ebene wurden die Blöcke meist von italienischen Fabriken zu Platten geschnitten, auf Hochglanz poliert und weltweit als hochwertiger Dekorationsstein verkauft.
Diese Situation dauerte bis 2019, als eine ukrainische private Investorengruppe das Steinbruchunternehmen übernahm. Das neue Unternehmen, Golovinski Stone, führte eine vollständige Prüfung durch, konsolidierte die Vermögenswerte und entwickelte eine Modernisierungsstrategie. „Unser Ziel war es, die Wettbewerbsfähigkeit zu steigern, die Produktpalette zu erweitern und vom Export von Rohblöcken zur Herstellung von Fertigplatten unter Verwendung fortschrittlicher internationaler Technologien überzugehen“, erklärt CEO Alexandr Somak rückblickend.
Die Investitionen begannen im Jahr 2021
Die Investitionen begannen im Jahr 2021 mit der Erneuerung der Steinbruchmaschinen. Innerhalb eines Jahres wurde der Standort mit Fördermaschinen und Schwerlasttransportern von weltweit führenden Herstellern ausgestattet. Gleichzeitig entwarf das Unternehmen in Zusammenarbeit mit Spezialisten aus Italien und Portugal neue Produktionswerkstätten.
Anfang 2024 brachte das Unternehmen seine ersten Chargen hochwertiger Golovinski Labradorit-Platten auf den internationalen Markt und startete eine umfassende Marketingkampagne.
Um höchste Haltbarkeit zu gewährleisten, werden die Platten einer Harzbeschichtung und einer Netzverstärkung unterzogen, wodurch ihre mechanischen Eigenschaften verbessert und sie vor äußeren Umwelteinflüssen geschützt werden.
Die Produktion basiert ausschließlich auf hochwertigen Verbrauchsmaterialien von Boart & Wire, Tenax und Abra Iride, wodurch eine gleichbleibende Qualität gewährleistet ist. Die fertigen Platten werden mit Spezialgeräten in 20-Fuß-Frachtcontainer verladen und direkt an die weltweiten Kunden versandt.
In Kürze plant das Unternehmen die Einführung weiterer Oberflächen aus Wasserstrahlfertigung. Diese neuen Strukturen bieten Architekten eine Vielzahl von Möglichkeiten – von Außenfassaden bis hin zu luxuriösen Innenräumen.
Heute wird der Golovinski Labradorit nach Europa, in die Vereinigten Staaten, nach Kanada und in die Vereinigten Arabischen Emirate exportiert. Die Unternehmensphilosophie konzentriert sich auf die Aufrechterhaltung höchster Qualität. „Unsere Priorität ist die Herstellung und Lieferung von großformatigen Platten höchster Qualität“, erklärt Marketingdirektorin Maria Sitak. „Unsere Kunden sind Steinhändler und Steinmetze, Architekturbüros, Bauträger und Innenarchitekten. Wir sind offen für die Zusammenarbeit mit allen, die die Qualität und Einzigartigkeit von ukrainischem Golovinski Labradorit schätzen.“
Oleg Majewski (Mail)






