Arbeiten von Edmore Sango.Arbeiten von Edmore Sango.

Auf unsere Frage antwortet Edmore Sango, seine Skulpturen würden „die Natur um mich herum und die Art und Weise, wie wir in meiner Gemeinschaft zusammenleben“ abbilden, und damit wollen wir eine Frage an unsere Leser stellen: Was meinen Sie – wo ist Edmore Sango zu Hause?

Natürlich, es ist Afrika, genauer: Zimbabwe und dort das kleine Dorf Chitaunhike in der Region Guruve, gelegen schon weit in Richtung des südlichen Zipfels des Kontinents.

Das Klima dort ist tropisch bis subtropisch, und also wachsen, wie weltweit in dieser Zone, die dekorativsten Pflanzen und die schmackhaftesten Früchte im Übermaß. Das alles „trägt dazu bei, dass ich abstrakte Kunst in meinen Adern und in meinem Kopf habe“, fügt Edmore Sango hinzu.

Arbeiten von Edmore Sango.

In der Tat sind in vielen seiner Arbeiten pflanzliche Motive unübersehbar, genauso Personen, die zueinander in Beziehung stehen.

Wir fragen: Ist das eigentlich noch abstrakte Kunst, oder ist es nur die afrikanische Variante des Realismus, wo zum Beispiel dargestellt wird, wie die Pflanzen sich im Wind wiegen oder die Menschen es ihnen im Takt der Musik nachtun?

Zimbabwe heißt in der Sprache der Shona „Ein Großes Steinhaus“, und damit haben wir auch die Tradition und vielleicht die genetische Veranlagung von Edmore Sango in unserem Porträt benannt.

Er kam über seinen ältesten Bruder Brighton Sango zur Bildhauerei. Der gilt als einer der Väter der abstrakten Bildhauerei in Zimbabwe und Mitbegründer der Shona Art. Auch andere Mitglieder der Familie haben sich in der Kunst einen Namen gemacht.

Arbeiten von Edmore Sango.

Jedenfalls waren die Werkzeuge und Abfallstücke der älteren Brüder Onward und Bywell sowie der Schwester Queen Sango die liebsten Spielzeuge von Edmore, heißt es bei „Into Africa“ (siehe unten): Er fertigte kleinere Skulpturen und konnte schon im Alter von sieben Jahren erste Stücke als Souvenirs an Kunstsammler und Touristen verkaufen.

Dabei orientierte er sich zunächst am Stil des ältesten Bruders mit dessen rechteckigen und kubischen Formen. Schließlich fand er den eigenen Weg: Heute gestaltet er weniger Flächen als Linien, die sich drehen, winden und gelegentlich auch absonderliche Kurven schlagen.

Als Material dienen ihm die heimischen Steine. Zimbabwe hat eine starke Natursteinbranche mit vielen exotischen Sorten. Meist tritt sie aber nur über Zwischenhändler im Ausland auf.

Seit 2001 hat er zusammen mit Ehefrau Charity Tavirimirwa eine eigene Familie.

Arbeiten von Edmore Sango (nur die rechte Eule ist von Edmore).

Inzwischen hat er sich auch international einen Namen gemacht. In Deutschland ist er bei der Skulpturengalerie „Into Africa“ zu Hause. Die findet man in Wernsbach, und das ist ein Ortsteil von Georgensmünd, und das liegt nicht weit von Nürnberg. Viele historische Steinbrüche gibt es in Georgensmund. In Wernsbach ist er bei den Workshops im Sommer regelmäßig als Lehrer tätig.

An einem Wochenende wird dort dann die „Traditionelle Afrikanische Kirchweih” abgehalten – nach Auskunft des Initiators Fritz Meyer als eine Gelegenheit, bei der „Dinge zusammenfinden, die eigentlich nicht zusammenpassen“, in leichter Abwandlung des berühmten Satzes von Willy Brandt über die deutsche Einheit.

Gemeint ist hier die traditionelle Kultur des Feierns in den bayerischen Dörfern, und: „Wir fügen ein bisschen Afrika hinzu“, so Meyer.

Edmore Sango

Into Africa

Edmore Sango. Foto: Fritz Meyer