Die Firma Lithea hat ihren Sitz auf Sizilien und nimmt in ihren Designarbeiten gerne Bezug auf die uralten Kulturen rund ums Mittelmeer. In der neuesten Kreation mit dem Titel „Vello D’Oro“ (Goldenes Vlies) geht es um Kreta und die Minoer. Designer war Daniel Eltner.
Im Mittelpunkt der Formgebung für die Wandfliesen steht die minoische Doppelaxt. Sie war in der Bronzezeit ab 2000 v. Chr. auf der Insel vermutlich ein Kultgegenstand oder ein Statussymbol, gekennzeichnet durch zwei gegenüberliegende, gerundete Schneiden. In Persien wurde sie auch als Waffe verwendet. Das haben wir bei Wikipedia gelesen.
Daniel Eltner, aus Deutschland stammend, hat diese Grundform so modifiziert, dass sich daraus ineinandergreifende Module mit zwei Varianten ergeben. Jedes einzelne Element kann seine eigene Steinsorte und damit eine eigene Farbe haben. Verwendet werden die Sorten Pietra Pece, Crema Tunisi, Rosso Diaspro, Forrest Green, Bianco Fenice und Bardiglio Imperiale.
Die Oberfläche der Fliesen ist mit einem regelmäßigen Buckelmuster gestaltet. Die Größe beträgt 20,5 x 15,2 cm.
Eine weitere Neuheit des Jahres 2025 ist die Kollektion „MóGORO“ von Pierluigi Piu. Hier hat der Designer sich an einem typischen Webmuster aus Sardinien orientiert. Für die Umsetzung hat er eine CNC-gesteuerte Maschine feine Kanäle in die Oberfläche des dunklen Pietra Pece eingravieren lassen. Einige dieser Muster sind mit Einlagen aus Kupfer aufgefüllt, dessen Oberfläche satiniert ist und sich leicht über den Stein heraushebt.
Der Name bezieht sich auf eine Ortschaft auf der Insel, bei der es ein christliches Wunder gegeben haben soll: Zwei Bösewichte hatten Hostien gestohlen, verloren sie aber aus der Hand, und die Hostien hinterließen beim Fallen Spuren im Stein.
Recht gruselig wie häufig in den alten Mythen ist die Geschichte des Goldenen Vlieses, und deshalb erzählen wir sie hier: In Boötien gab es den König Athamas, der sich von seiner Ehefrau trennte und eine neue Partnerin wählte. Alsbald gab es Kinder, und die erste Ehefrau fürchtete danach um das Leben ihrer Nachkommenschaft. Die Götter reagierten und schickten den Goldenen Widder, der fliegen und sprechen konnte. Er nahm die Kinder unter seine Fittiche und trug sie Richtung Osten davon. Beim Überqueren der Meerenge beim heutigen Istanbul fiel jedoch das Mädchen herunter und ins Meer. Ihr Name war Helle, und die Meerenge heißt seitdem Hellespont (Meer der Helle). Den Bruder lieferte der Widder in einem Land am Schwarzen Meer ab. Aus Dankbarkeit für die Rettung wurde der Widder geopfert und sein Fell als Goldendes Vlies in einem Tempel aufbewahrt.
Später klauten es die Argonauten unter der Führung von Jason und mit Hilfe der Medea, so berichtet Homer. Das aber ist schon wieder eine andere Geschichte, in der auch wieder haufenweise Kinder und Rivalen gemeuchelt werden.
Fotos: Nino Bartuccio



