Der Kunst-am-Bau-Wettbewerb für zwei Standorte im Außenraum des Europäischen Zentrums für mittelfristige Wettervorhersage (EZMW) in Bonn ist entschieden: Die Entwürfe von Studio Julian Charrière für den Garten sowie Thomas Stricker für den Eingangsbereich des EZMW-Neubaus überzeugten das Preisgericht.
Das Zentrum ist wissenschaftlich weltweit führend in der globalen numerischen Wettervorhersage und Klimatologie. Sein Hauptsitz liegt in Reading in England. Infolge des EU-Austritts von Großbritannien wurde ein neuer zusätzlicher Standort in Bonn aufgebaut, von dem diejenigen Aufgaben ausgeführt werden, die das Zentrum im Rahmen des EU-Erdbeobachtungsprogramms „Copernicus“ und der „Destination Earth Initiative“ übernimmt.
Ausgewählt wurde die Arbeit mit dem Titel „Not All Who Wander Are Lost“ (Nicht alle, die wandern, sind verloren) des Studios Julian Charrière. Es will im Garten des EZMW Findlinge aufstellen, die durch Kernbohrungen bis an ihre strukturellen Grenzen ausgehöhlt wurden. Der Künstler sieht darin eine Metapher für den Zustand der Erde: „Die Arbeit steht für die Spuren, die Zeit und Bewegung – ob durch Naturkräfte oder menschliches Handeln – in der Welt hinterlassen, und sie macht sichtbar, wie fragil das Gleichgewicht zwischen Eingriff und Erhalt letztlich ist.“
Der Entwurf des Künstlers Thomas Stricker sieht einen Blitz aus Edelstahl dar und wird im Eingangsbereich aufgestellt. Normalerweise ist die Gesamtheit des faszinierenden und zugleich gefährlichen Naturphänomens mit bloßem Auge nicht zu erfassen. Die Arbeit mit dem Titel „unexpected lightning“ aber ermöglicht es, wie in einer Momentaufnahme die Struktur eines Blitzes dreidimensional zu erfassen.
Quelle: Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR)

