Im Rahmen der Gala des EIB in Laodikeia fanden zwei Preisverleihungen statt.

Der Wettbewerb „Amorf“ für Natursteindesign wird jährlich vom türkischen Verband EIB (Ege Ihracatçi Birlikteri) mit Sitz in Izmir ausgeschrieben. Ziel ist, durch neue Produktideen die Verwendung von heimischen Steinen anzuregen. Im Jahr 2025 fand er zum 5. Mal statt. Es gab 221 Bewerbungen.

Naz Ölmez: „Sediment“. Mit „Sediment“ gewann Naz Ölmez den 1. Preis. Ihre Idee für eine Mauer aus dem in der Türkei vielfach abgebauten Denizli Travertin stellt die bisherige Nutzung von Naturstein auf den Kopf: Mit ihrem Design will sie zeigen, wie der Stein sich über die langen Zeiträume verändert. Gleichzeitig bietet sich auch eine Möglichkeit, beschädigte Stücke zu nutzen. Die Designerin hat aus der Mauer, Vertiefungen herausgearbeitet, zum Beispiel entlang der Sedimentschichten. Diese lassen den Fluss des Wassers in Vorzeiten ahnen. Daneben schafft sie in der Wand Orte, wo sich aktuell Pflanzen ansiedeln können.
 

Güçlen Tekeli: „Spinstone“.„Stein steht nicht länger still, er bringt dich zum Nachdenken, lässt dich handeln“ ist das Motto des 2. Preises mit dem Titel „Drehstein“. Von Güglen Tekeli stammt der Entwurf, die Firma Alimoğlu erstellte den Prototyp. Der Stein in Spindelform soll in einem Park aufgestellt werden und dort nicht nur der Dekoration, sondern auch als Sportgerät dienen: Wenn er in Drehung versetzt ist, können Personen neben ihm hergehen oder, wenn sie sich draufstellen, Gleichgewichtsübungen praktizieren. Eine Metallstange dient als Drehachse, über einen QR-Code kann man Informationen oder Musik abrufen. Ein Dynamo sorgt dafür, dass bei der Drehung sogar noch Energie entsteht.
 

Tolga Gündoğdu und Setenay Kamazoğlu Kızıl: „Kent Çeşmesi“ (Stadtbrunnen).Die beiden Designer Tolga Gündoğdu und Setenay Kamazoğlu Kızıl haben sich für ihren Stadtbrunnen „Kent Çeşmesi“ von antiken Ruinen inspirieren lassen und damit den 3. Preis gewonnen. Die antiken Elemente sind in neue Formen umgewandelt, die man nach dem Vorbild von Mosaiken oder Mäandern zusammensetzen kann. Herausgekommen ist ein Steinensemble, dessen Einzelteile man bei Bedarf auch wieder demontieren und (woanders) neu kombinieren kann. Zu dem Ensemble gehört auch ein Brunnen.
 

Die Jury vergab drei Sonderpreise:

Ümit Karaca: „Mermer Çeşme“ (Marmorbrunnen).Ümit Karaca hat den Marmorbrunnen „Mermer Çeşme“ geschaffen, bei dem Design und Kunst zusammengehen und eine Skulptur für die Innenstadt entstanden ist. Wie bei Blütenblättern öffnet sich die Form, aus der das Wasser herausströmt. Die raffiniert geformten Blütenblätter zeigen die Schönheit des Natursteins und stellen das Können der Produktionsfirma unter Beweis.
 

Oğuzhan Çetinkaya: „Anıtaş“.„Anıtaş“ von Oğuzhan Çetinkaya ist eigentlich eine Promotion-Idee für Stein, die sich des Produktdesigns bedient: Es handelt sich um Würfel mit 7 x 7 cm Seitenlänge, wie man sie vielfach aus Reststücken zurechtschneiden kann. Für jede Steinbruchregion werden unterschiedliche Steinsorten benannt – sie soll der näher Kunde kennenlernen, etwa indem er die Region bereist. Zu Hause kann er sie mit einem Gerüst zu einem Dekorationsobjekt werden lassen. Neben dem bloßen Würfel (Memory-Stone) gibt es auch den Sound-Stone mit eingebautem Lautsprecher,und den Light-Stone.
 

Ekim Güney Öztürk: „Kazan“.„Kazan“ hat Ekim Güney Öztürk seine Feuerstelle genannt. Sie hat im Kern eine Metallschale, in die außen Stäbe aus Basalt eingesetzt werden. Diese geben der Konstruktion Stabilität und funktionieren auch als Wärmespeicher. Denkbar sind vielfältige Formen.
 

Preisverleihung als Tourismuswerbung für eine Region

Neuerdings will der Verband an der türkischen Ägäis nicht nur mit dem Amorf-Wettbewerb Werbung für seine Natursteine machen. Neuerdings findet die Preisverleihung als Gala in einem Tourismuszentrum in der Region statt. So will man die Schönheit des Materials in Zusammenhang mit der Geschichte sichtbar machen. Diesmal war die antike Stadt Laodikeia am Lykos der Ort der Veranstaltung. Sie ist berühmt für die prachtvollen römischen Ruinen. Man darf sie nicht verwechseln mit der Stadt gleichen Namens in Griechenland.

Im Rahmen der Gala fand auch die Preisverleihung „Stars of Export“ statt, bei der die erfolgreichsten Naturstein-Exportfirmen geehrt wurden. In seiner Rede betonte ein Vertreter des Handelsministeriums, dass die türkische Steinbranche sich trotz schwieriger Weltwirtschaft als stark präsentiere: Zwischen Januar und August 2025 seien die türkischen Exporte um 4,3 % auf 178,1 Milliarden US-Dollar gestiegen. Weltweit liege die Türkei damit an dritter Stelle. Er betonte, dass Initiativen wie der Designpreis den heimischen Ressourcen eine höhere Wertschöpfung bringen.

Amorf (türkisch)