„Motus Animi“: Marmor Billiemi mit Inlays aus Giallo Siena, Bianco Calacatta und Rosso Diaspro.„Motus Animi“: Marmor Billiemi mit Inlays aus Giallo Siena, Bianco Calacatta und Rosso Diaspro.

Ganz innovativ ist das Fliesen-Konzept, das sich die Firma Lithea mit Sitz in Sizilien zusammen mit dem Designer Egidio Panzera hat einfallen lassen: Zur neuen Kollektion gehören sechs Elemente mit sehr unterschiedlichem Dekor Oberflächen, die aber alle irgendwie zueinander passen, nicht zuletzt, weil bei allen das Material der graue Marmor Billiemi ist. Jedoch ergeben sich nach der Installation nicht von selbst durchgehende Linien oder zusammenhängende Strukturen.

Statt dessen sind Kunde oder Innenarchitekt dazu aufgerufen, mit den einzelnen Elementen zu spielen und das eigene Dekor zu erfinden.

„Motus Animi“: Marmor Billiemi mit Inlays aus Giallo Siena, Bianco Calacatta und Rosso Diaspro.

Das geht so weit, dass es in dem Muster-Arrangement einzelne Fliesen mit Ausschnitten gibt, in die die Ecken anderer Fliesen eingesetzt sind. Alles weitere drumherum wird dann passend dazu zugeschnitten, entweder ad hoc vor Ort oder in der Planung am Computer.

Das ist eine Option, die nur mit Naturstein möglich ist. Bei Keramik liefe man Gefahr, dass die glasierten Oberflächen unkalkulierbar beschädigt werden.

„Motus Animi“ heißt die Kollektion, übersetzt etwa „Gefühlszustände der Seele“. Es sind sechs Stimmungen gemeint: amore (Liebe), rabbia (Wut), paura (Angst), passione (Leidenschaft), malinconia (Melancholie) und felicità (Glück).

Vielleicht ist es so, dass in den Musterflächen der Betrachter unbewusst die Verwandschaft dieser Zustände erkennt und das Ganze deshalb als Einheit wahrnimmt.

„Motus Animi“: amore.„Motus Animi“: rabbia.

Wir hatten bei Patrizia Furnari, Sales & Procurement Manager bei der Firma, nachgefragt, ob man die neue Kollektion vielleicht als eine Art von Mosaikkasten mit sechs Elementen verstehen kann, aus denen jeder sein eigenes Muster herstellen kann. Und weiter: „Lithea versteht seine Rolle nicht als Oberlehrer, der bestimmt, was und wie gespielt wird, sondern eher wie als älteres Familienmitglied, das für die Ideen der Jüngeren ein Spielzeug mitgebracht hat?“

„Das ist es“, lautete ihre Antwort per Email. „Motus Animi kann nach den Kundenwünschen ganz individuell angepasst werden. Und wenn ein Kunde es will, können wir seinen Vorschlag direkt umsetzen.“

Möglichkeiten zur Variation sind eingebaut: Für felicità können farbige Inlays verwendet werden; eine Art Zufallsgenerator steuert die Natur bei, da der Billiemi-Marmor von Haus aus kleine bunter Mineralflecken mitbringt.

„Motus Animi“: paura.„Motus Animi“: passione.

Lithea ist ein Unternehmen mit Sitz in der Gemeinde Patti in der Metrolregion Messina auf Sizilien. Es beschreibt sich selbst auf ihrer Webpage: Lithea wurde 2008 von Patrizia Furnari und Fabio Fazio in Zusammenarbeit mit Mitgliedern des Familienunternehmens gegründet. Das Ziel ist es, deren Leidenschaft und altes Wissen über die Verarbeitung von Stein in ein innovatives Produktionskonzept zu übertragen, dies mit modernen Technologien. Lithea kreiert Wandverkleidungen, Bodenbeläge, Accessoires sowie Möbel für Innen- und Außenräume. Dabei erfindet es das Erscheinungsbild des Steins neu, der über unendliche Varianten verfügt und zweifellos zu den zeitgenössischen Materialien zu zählen ist.

Egidio Panzera, Architekt und Designer, betrachtet Design als eine Idee, die aus der ständigen Suche nach Grenzen entsteht, sei es in Bezug auf einen Raum, einen Gegenstand oder einen Gedanken. Dieses Narrativ umfasst Forschung, Kreativität und Design. Es offenbart Emotionen, Schönheit und Funktionalität. In jedem Projekt muss die ursprüngliche Idee erkennbar sein. Panzera hat über 12 Designpatente. Sein Studio arbeitet mit renommierten Unternehmen weltweit zusammen.

Lithea

Egidio Panzera

Fotos: Nino Bartuccio

„Motus Animi“: malinconia.„Motus Animi“: felicità.