Als Wettbewerb auf internationaler Bühne verstehen sich die EuroSkills, der europäische Vergleich von Handwerkern in ihren Berufen. Diesmal gab es zwei Besonderheiten: Die Gewinner bei den Steinmetzen kamen allesamt aus deutschsprachigen Ländern, nämlich in der Reihenfolge Österreich, Deutschland und der Schweiz, und der Wettbewerb musste unter dem Titel „Independent Skills Championships Europe“ abgehalten werden. Das war der Tatsache geschuldet, dass nicht genügend Länder ihre Steinmetze zu der Leistungsschau anmelden konnten und sie folglich nicht in bei der Veranstaltung in der dänischen Stadt Hering zugelassen waren.
Die Independant Skills fanden in Salzburg statt, dies auf großer Bühne im Rahmen der Berufs-Messe BIM vom 20. bis 23. November 2025. Der Gewinner der Goldmedaille war eine Gewinnerin, nämlich Juliana Hain, beschäftigt bei Strasser Steine aus St. Martin im Mühlviertel. Ihr Betreuer war der Walser Berufsschullehrer Bernhard Hasenöhrl, der seit Jahren die österreichischen Steinmetz-Teilnehmer bei den World- und EuroSkills fit macht und regelmäßig die Goldmedaille einfährt.
Den 2. Platz belegte Malte Straub aus Rottenburg in Baden-Württemberg, betreut von Bundestrainer Aaron Knust (Kallawe Marmor & Granit, Hamburg). Als Arbeitgeber von Straub wird in den Unterlagen der väterliche Betrieb Steinmetz Harald Straub zusammen mit O.C Stone Heritage Restoration in Australien genannt.
Auf den 3. Platz kam der Schweizer Tobias Hörler mit August Kuster als Experte und Michael Egli als Trainer. Hörler ist bei der Bärlocher Steinbruch und Steinhauer AG beschäftigt. Die Vorbereitung absolvierte er im Betrieb zusammen mit Martin Kandido aus Slowenien, was wiederum den grenzüberschreitenden Gedanken der Skills-Wettbewerbe unterstreicht. Mitgebracht hatte Kandido seinen Experten Jernej Bortolato und seine Trainerin Sibila Leskovec.
Zwei weitere Teilnehmer waren bei dem Abschlusswettbewerb in Salzburg dabei, nämlich Zvonimir Kuscevic aus Kroatien und Jimmy Visser aus den Niederlanden.
Während des dreitägigen Vergleichs hatten die Teilnehmer ein kompliziertes Teil aus Untersberger Marmor zu bearbeiten. Die zur millimetergenauen Kontrolle der ausgearbeiteten Profile erforderlichen Schablonen waren ebenso Teil der Prüfungsaufgabe wie die Gravur eines Ornaments. Mit dem Entwurf der Wettbewerbsaufgabe war Steinmetzmeister Sebastian Wienerroither betraut, der ehemals selbst bei den Euro- und WorldSkills auf dem Siegerpodest gestanden hatte. Er wird mit den Worten zitiert: „Ein gutes Werkstück muss so schwer sein, dass man kämpfen muss — aber so machbar, dass man daran wachsen kann.“
Österreichische Staatsmeisterschaften
Gleichzeitig mit den Europäischen Meisterschaften fanden die österreichischen Meisterschaften AustrianSkills statt. Hier setzte sich der Eugendorfer Steinmetzgeselle Markus Pongruber – beschäftigt bei der Helmut Moser Steinmetzmeister GmbH & Co KG in Seekirchen – gegenüber drei Konkurrenten aus Oberösterreich, Niederösterreich und Vorarlberg durch und holte sich den Staatsmeistertitel. Als Werkstück fertigten die Teilnehmer ein Teilstück eines toskanischen Kapitells aus Untersberger Marmor. Bei der Umsetzung waren vor allem Maßgenauigkeit und genaues Arbeiten gefragt.
Die WorldSkills 2026 finden in Shanghai statt.




