Logo alt (links) und Logo neu.

Das Natural Stone Institute (NSI) hat ein neues Design, sprich: ein neues Logo und einen neuen Schriftzug. Auch die Webpage ist umgestaltet– im Moment nur vorläufig, ein endgültiges neues Layout für sie soll im Sommer 2026 online gehen.

Solch ein Eingriff in die grafische Corporate Identity eines Verbands oder Unternehmens geht an die Substanz, weshalb wir ein wenig in die Einzelheiten eingetaucht sind.

Das Logo bringt das Kunststück zuwege, dass man darin Naturstein sehen kann – nämlich einen Block, von dem zwei Seiten schon bearbeitet und zwei noch roh sind.

Sein Rechteck ist hochkant gestellt, steht mit seinem massiven Gewicht aber zweifellos solide auf der Erde. Gleichwohl lässt das Icon die Möglichkeiten offen, dass aus dem Block mal ein schmaler, rechteckiger Pfeiler wird oder, vielleicht sogar, er als elegante runde Säule in die Höhe wächst.

Stabilität und Verlässlichkeit sind die Botschaften, die das Logo gleichermaßen für den Verband als auch für das Material ausdrücken will. Schließlich gehen die Vorläufer des NSI auf das Jahr 1894 zurück, wie die Grafik unten zeigt.

Die Vorläufer des heutigen NSI (Natural Stone Institute).

In dieselbe Richtung geht das Logotype, also der Schriftzug neben dem Logo. Der Name des Verbands ist in seine drei Wörter zerteilt, wobei der wichtigste Begriff, wie üblich, die dicksten und größten Buchstaben hat.

Ganz im Geschmack der heutigen Zeit ist die Tagline ganz unten ausgeführt: Ihre Aussage „expertise, set in stone“ ist hier in einzelne Begriffe aufgelöst. Der Punkt verbindet diese Einzelelemente; nachdrücklich kommt das Design daher, sodass die Tagline eigentlich in energischem Tonfall „Expertise! Set in Stone!“ ruft. Ein vergleichbares Beispiel aus Deutschland ist der Slogan der Bundeswehr: „Wir. Dienen. Deutschland.“ Ausrufezeichen sind heutzutage aus der Mode gekommen.

Für die Neugestaltung hatte das NSI die Firma David James Group (DJG) unter Vertrag genommen.

Wie es sich für einen guten Verband gehört, werden zahlreiche weitere Aspekte auf einer Unterseite im Netz ausführlich behandelt.

Dazu gehört auch, sich noch einmal des eigenen Selbstverständnisses klar zu werden und es der Öffentlichkeit mitzuteilen. Das NSI macht das wie gewohnt ohne viel Aufhebens, wenn auch in klaren Worten: In einem pdf für die Mitglieder spricht der 2025er Verbandspräsident Even Cohen davon, das das NSI (auch weiterhin) „als führende Stimme für Naturstein weltweit zu präsentieren“ [positioning NSI furthermore “as the leading voice of natural stone worldwide”].

Das NSI-Team. Stand: Sommer 2025. Foto: Pat West

Das mag bei manchem aus dem Ausland Vorbehalte gegenüber der Weltmacht USA als Heimat des NSI hervorrufen. Der Verbandssitz liegt in Oberlin, Ohio, unweit von Chicago.

Wir haben solche Meinungen bei offiziellen Geschäftsessen oft gehört.

Inzwischen aber, so unser Eindruck, haben die internationalen Mitglieder im Verband diese Bedenken aus der Welt geräumt. Verbands-Geschäftsführer (CAA) Jim Hieb stellt in seiner Botschaft an die Mitglieder klar, um was allein es auch beim neuen Layout geht: Es solle dabei helfen „unser Engagement für Sie, liebe Mitglieder, zu erneuern“.

Der Verband versteht seine Daseinsberechtigung im unbedingten Service für seine Mitarbeiter. Den Erfolg dieser Selbstverpflichtung kann man an der Zahl von inzwischen über 2000 Mitgliedern aus mehr als 50 Ländern ablesen.

Und: Dabei hat man nicht allein die Mitglieder im Blick, sondern die Branche weltweit!

Ein Beispiel sind die Hilfestellungen gegen Silikose am Arbeitsplatz, die auch für Nichtmitglieder zugänglich sind, ebenso der „Safety in Stone Business Guide”.

In seiner Führungsrolle, von der Even Cohen oben sprach, versteht sich das NSI sozusagen als Erster Kämpfer gegen alle Bedrohungen, die die Branche insgesamt betreffen.

Ein Beispiel aus der Vergangenheit dafür war der Kampf vor rund 15 Jahren gegen die Behauptung, dass von bestimmten Natursteinsorten Radongas oder -strahlung ausgehen würde – beim NSI war man sich nicht zu schade, weltweit bei den Verbänden um finanzielle Unterstützung zu betteln, damit man mit wissenschaftlichen Untersuchungen das Gerücht aus der Welt schaffen konnte.

Am Ende profitierten alle davon, auch diejenigen, die kein Geld geben wollten.

Ein Beispiel für eine aktuelle Maßnahme in diesem Sinn ergab sich aus den Strafzöllen der USA gegen Importe bestimmter Natursteine aus Brasilien: Brasiliens landesweiter Verband Centrorochas wandte sich mit der Bitte um Unterstützung nach Oberlin. Mit diplomatischer Vorsicht sprach sich der Rat des NSI daraufhin in einer Stellungnahme für „offenen, fairen und freien Handel zwischen den Mitgliedsländern“ aus. In der Begründung dafür wurde als Argument an vorderster Stelle angeführt, dass das importierte Material auch Wohlstand in den USA, sprich: Arbeitsplätze und Konsumentennachfrage, schaffen würde.

Also: Beim NSI betreibt man zwar Lobbyarbeit, klar. Aber man tut dies auf der Basis von Werten. Im Fall der Silikose und der Sicherheit am Arbeitsplatz ist dieser Wert die Gesundheit der Beschäftigten in der Steinverarbeitung, im Fall der Zölle ist es der faire Welthandel.

Natural Stone Institute (NSI)

Information zum neuen Branding