Die Schlosskapelle mit den doppelt gekrümmten Sandsteinrippen im Residenzschloss Dresden.

Die ehemalige Schlosskapelle im Dresdner Residenzschloss hat sich nach Jahren des Wiederaufbaus und der kunstvollen Rekonstruktion wieder zu einem Schmuckstück gewandelt und lädt Gäste zu Veranstaltungen und Führungen ein. Sie entstand von 1551 bis 1553 als Teil der Hauptresidenz der Kurfürsten und Könige von Sachsen. Zu der Gesamtanlage in der Dresdner Altstadt gehören auch das besser bekannte Grüne Gewölbe sowie das Kupferstich-Kabinett, das Münzkabinett und die Paraderäume Augusts des Starken.

Höhepunkt in der Schlosskapelle ist das Schlingrippengewölbe an der Decke. Es wurde zwischen 2010 und 2013 in einem weltweit einmaligen Rekonstruktionsprozess erneuert: Den Fachleuten gelang es dabei erstmals, ein solches mittelalterliches Gewölbe nach originaler Technik neu zu errichten – mit handgestrichenen Ziegeln und doppelt gekrümmten Sandsteinrippen. Sie vereinen jetzt wieder Geschichte, Handwerkskunst und Vision zu einem beeindruckenden Raumerlebnis.

Die Schlosskapelle mit den doppelt gekrümmten Sandsteinrippen im Residenzschloss Dresden.

Die Sanierung bildete die Grundlage für die Neunutzung; mit finanzieller Unterstützung des Bundes begann ab Anfang 2023 der Ausbau der Schlosskapelle zu einem multifunktionalen Veranstaltungsraum für 270 Besucher. „Nach knapp drei Jahren Bauzeit können nun Kunst und Kultur einziehen und das steingewordene Zeitdokument in voller Pracht erklingen lassen“, heißt es in einer Pressemitteilung der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD).

„Bedeutende Teile des gesamten Wiederaufbaus des Dresdner Residenzschlosses wurden erst durch die Unterstützung des Bundes möglich“, schreibt die SKD weiter. An den 8,4 Millionen € für den Ausbau der Schlosskapelle beteiligte sich der Bund mit 3,75 Millionen €. Zusammen mit dem Einbau des Schlingrippengewölbes kostete die Wiederherstellung der Schlosskappelle rund 12 Millionen €.

Bis zur Fertigstellung aller Bereiche des Dresdner Residenzschlosses im Jahr 2027 investieren der Freistaat Sachsen und der Bund voraussichtlich rund 407 Millionen € in den Wiederaufbau.

Zurzeit kann die Schlosskapelle im Rahmen von Führungen besichtigt werden. Diese finden von Mittwoch bis Freitag jeweils um 15:00 Uhr sowie Samstag und Sonntag jeweils um 11:30 und 15:00 Uhr statt.

Termine und Tickets

Quelle: Staatliche Kunstsammlungen Dresden

Fotos: Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Klemens Renner

Die Schlosskapelle mit den doppelt gekrümmten Sandsteinrippen im Residenzschloss Dresden.