Das sanierte Brunnenhaus in Schleusingen. Foto: Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Mertesacker

Rund um das Brunnenhaus in Schleusingen im südlichen Thüringen sind nun auch die Freiflächen saniert und erneuert. Sie sind als wassergebundene Wegedecken befestigt, teils auch mit Flusskieseln gepflastert. Dafür mussten in großem Umfang alte Leitungen im Boden ersetzt werden. Neue Zierde in den angrenzenden Beeten sind Stauden.

Bereits 2023 war das Brunnenhaus selbst restauriert worden. Möglich gemacht wurden die umfangreichen Arbeiten dank eines Fördervertrags der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) in Höhe von 230.000 €, zusätzlich zu den Mitteln der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten (STSG) um 70.000 €.

Das Brunnenhaus liegt im Garten von Schloss Bertholdsburg in Schleusingen. Es ist ein Kleinod aus dem frühen 17. Jahrhundert. Die Stadt kann eine markante Gründungssage vorweisen: Die Tochter jener Wassernixe, die die Quellen der Flüsse Erle, Nahe und Schleuse bewachte, soll verzaubert worden und erst von einem in der Umgebung jagenden Grafen erlöst worden sein. Die Zauberformel „Sie liebe und siege“ nutzte der junge Ehemann für die von ihm in der Nähe der Quellgrotte gegründete Stadt, die er nach den Anfangsbuchstaben der Zauberformel „SLUS“ – Schleusingen – nannte.

Beim Brunnenhaus handelt es sich um einen achteckigen, sandsteinernen Turm mit Zeltdach. Das jetzt ebenfalls instandgesetzte ebenerdige Brunnenbecken hat offene Arkaden drumherum. Durch eine außen angesetzte hölzerne Treppe lässt sich das Obergeschoss betreten.

Das sanierte Brunnenhaus in Schleusingen. Foto: Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten

Außergewöhnlich reich ist die architektonische Gestaltung. Bis auf die Zugangsseite sind alle Wände mit renaissancetypischen Zwillingsfenstern durchbrochen, wodurch der an sich massiv wirkende Bau eine gewisse Leichtigkeit erhält.

Seit dem 13. Jahrhundert hatten die Grafen von Henneberg das Schloss Bertholdsburg als Residenz genutzt. Die heutige vierflügelige Anlage mit hofseitigen Ecktürmen und vielgestaltigen Stadtfronten sowie einer Renaissanceausmalung im Inneren prägt gemeinsam mit der nebenstehenden Stadtkirche die Stadtsilhouette.

Schloss Bertholdsburg ist seit dem 13. Jahrhundert das Wahrzeichen von Schleusingen und beherbergt heute das örtliche Naturhistorische Museum. Der Marktplatz mit dem Rathaus und dem Marktbrunnen prägt das Bild der historischen Altstadt.

Schleusingen grenzt an das Unesco-Biosphärenreservat Thüringer Wald. Wanderwege führen über zahlreiche Höhen. „In den Sommermonaten lockt das Gebiet am Bergsee Ratscher mit dem längsten Badestrand der Region Besucher aus Nah und Fern“, wie es auf der Webpage der Stadt heißt.

Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD)

Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten (STSG)

Schleusingen

Blick auf die Bertholdsburg. Foto: Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten