Architektur und Natur zu verbinden ist eine der Leitlinien für Lü Cheng vom China Northwest Architectural Design & Research Institute Co. (CSCEC), Ltd.. Eine Möglichkeit dafür sieht er darin, die Gebäude aus lokalen Materialien zu errichten. Eine besondere Variante dieses Konzepts setzte er mit seinen Kollegen vom HUAXIA Architects Studio bei der Gedenkstätte für die Opfer des Erdbebens vom 03. August 2014 in der Stadt Longtoushan Town (Provinz Yunnan) um.
Damals kamen über 600 Menschen ums Leben, mehr als 3100 wurden verletzt, über 100 sind vermisst. Über 12.000 Gebäude, vor allem älteren Datums, stürzten ein, rund 30.000 wurden beschädigt.
Lü Cheng sprach auf der Xiamen Stone Fair 2026 über das Thema Architektur mit Naturstein.
Die Außenwände der Gebäude bekleideten die Architekten mit polygonalen Natursteinplatten. Ihre Form soll das Zerreißen der Erdoberfläche infolge des Bebens widerspiegeln.
Gleichzeitig wirken die vielen Farben der Steine lebendig – ein Hauch von Fröhlichkeit entsteht so.
Wir wollten „die Opfer ehren, gleichzeitig aber auch den Überlebenden Hoffnung machen und ihnen einen schönen Lebensraum geben“, so Lü Cheng bei seinem Vortrag.
Ausgangspunkt für die Gesamtanlage der Anlage im ehemaligen Stadtzentrum von Longtoushan Town war ein einzelner Eukalyptusbaum, der das Desaster rundherum überstanden hatte. Er steht nun im Zentrum eines Kreises, und von ihm geht eine Linie auf die Uhrzeit 16.30 aus, als das Beben geschah.
Eine Treppe hangabwärts soll einen „Großen Riss“ in der Erdoberfläche symbolisieren; sie läuft auf einen Glockenturm mit markanter Form zu.
Zu der Anlage gehören die Gebäude zum Gedenken an die Opfer, ein Tourismuszentrum und der große Park, der von neuen Wohngebäuden umstanden ist.
Ein Teich ist eine Attraktion für Kinder zum Spielen – seine oft glatte Wasserfläche wirkt friedvoll und bildet einen starken Gegensatz zur Erinnerung an die Katastrophe und die Monate des Wiederaufbaus.








