Es ist vielleicht kein großer Trend, aber es ist eine Entwicklung, die wichtig für die Natursteinbranche ist: In der Branche für Möbel, Inneneinrichtung und Dekoration wird das Material der Objekte seit einiger Zeit stärker herausgestellt als zuvor.
Die Messe Salone del Mobile.Milan, wo die Trends für diese kreativen Branchen gemacht werden, hatte 2026 als Motto „A Matter Of Salone“. Gemeint ist damit, dass man nicht nur auf die Form der präsentierten Objekte und ihre Funktion schauen will, sondern auch auf die Stoffe, aus denen sie gefertigt sind.
Eines der Poster zu der Aktion zeigte ein Blütenblatt, einen Schwamm, Holz und Stein. Jedem werden bestimmte Charakteristika zugeordnet: „Stein steht für den Ursprung, ein Symbol für Schlichtheit ohne Schnörkel“, heißt es da. Das Blütenblatt verkörpert die Sinnlichkeit der Materialien, Holz steht für die Verbindung des Menschen mit der Natur, der Schwamm verkörpert die Wandelbarkeit der Stoffe.
Auch in den Pressemitteilungen vieler Firmen sind häufiger Verweise auf das verwendete Material aufgetaucht. Die portugiesische Firma Maeve zum Beispiel prägt den Leitsatz „Von der Erde zum Objekt – Vor dem Objekt kommt das Material“ (From earth to object – Before the object, there is matter) und die italienische Keramikfirma Sicer schreibt „Es gibt einen Moment, wo das Material nicht mehr nur der Ausgangspunkt ist, sondern zum Zweck wird“ (There is a moment when matter ceases to be merely origin and becomes intention).
Beim Material geht es immer auch um die Bearbeitung, in den Pressematerialien gerne poetisch als „Metamorphose“ bezeichnet.
Das ist ein wichtiges Spielfeld für Naturstein, wo das Produkt vielfach noch in handwerklicher Steinmetztätigkeit geschaffen wird.
Ein anderer Aspekt dieser Entwicklung ist der Fokus auf Oberflächen, der seit einiger Zeit sowohl beim Naturstein als auch bei den konkurrierenden Materialien wie Keramik und Enginieered Stone zu beobachten ist.
Auch hier hat die Steinbranche beste Chancen, das Thema für sich zu nutzen.


