Sehr feingliedrig wirkt die Fassade aus Kalkstein, die die Architekten des dänischen Büros C.F. Møller dem Neubau der Immobilienbank Berlin Hyp gegeben haben: das Raster betont die Vertikale, also die in den Himmel aufsteigenden Linien, und als Kontrast gibt es an den Seiten des Gebäudes in den Fensteröffnungen Verschattungen durch dunkle Flächen. Das sind nicht bloß dekorative Elemente, sondern Solarpaneele, die immerhin etwa 10 Prozent des normalen Energiebedarfs des Gebäudes beisteuern.
Bei „B One“, so der Name des Neubaus, handelt es sich unverkennbar um Corporate Architecture: Schon an der Fassade des Hauptsitzes der Bank soll der Betrachter die unternehmerische Leitlinie des Kreditinstituts ablesen können, dass nämlich vorrangig klimafreundliche Architektur finanziert wird.
Die Architekten sehen darin den Ausdruck eines „Nordischen Denkens“. Eine besondere Rolle soll dabei auch der schonenden Integration des Neubaus in die Umgebung zukommen.
Gegenüber dem Vorgängerbau wurde die Energiebilanz um über 50 % verbessert. Als Teil des Energiekonzepts nutzt das Gebäude 60 Geothermiebohrungen.
Zusätzlich zur zentralen Lüftung für die Cafeteria, das Atrium und andere Aufenthaltsbereiche wurden für jede Bürofläche dezentrale Hybridlüftungen als Unterflurkonvektoren integriert. Nutzer können selbst entscheiden, ob sie das in die Fassade integrierte Lüftungssystem verwenden oder Fenster manuell öffnen. Dieser Ansatz steigert das Wohlbefinden und spart Energie im Vergleich zu herkömmlichen zentralen Lüftungssystemen.
Die Dachterrassen und die Begrünung des Gebäudes sammeln das Regenwasser, das stufenweise von Terrasse zu Terrasse fließt, statt dass es einfach in die städtische Kanalisation abgeleitet wird. Die Architekten sprechen von einem „Wassermanagement durch die gebäudeinterne Landschaftsinfrastruktur“ .
Auch was den Abriss des vorher an dieser Stelle stehenden Gebäudes mit Glasfassade betrifft, berücksichtigte man Umweltbelange: Möbel, Materialien und Technik spendete oder versteigerte die Berlin Hyp an neue Nutzer. Der Erlös ging an gemeinnützige Organisationen.
Das Gebäude bekam eine Platin- und Diamant-Auszeichnung der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB).
Architektonisch setzt das Bauwerk mit seinen 11 Geschossen unverkennbar einen Akzent: Es ist als Torbau gemeint – auf der anderen Straßenseite über den Landwehrkanal hinweg beginnt der Tiergarten mit seiner eigenen Welt nach Art des Central Square in New York City.
Gleichzeitig haben die Architekten den Neubau an die Nachbarhäuser in der Budapester Straße angeschlossen: von deren üblichen fünf Geschossen hebt sich B One treppenartig auf seine mit 45 m gut doppelte Höhe.
„Nordisches Denken“ nennen die Architekten ihre Bauweise: Auf den Geschossen gibt es Dachterrassen, die die Mitarbeiter der Bank nutzen können. Außerdem stellt der Neubau „flexible, aktivitätsbasierte Arbeitsumgebungen (bereit), die zeitgemäße Zusammenarbeit fördern und gleichzeitig Platz für konzentrierte Einzelarbeit bieten.“
Ein zentrales Element ist die mehrstöckige ‚Town Hall‘: „Mit ihrer markanten Treppe und den integrierten Sitzmöglichkeiten schafft sie einen sozialen Treffpunkt und kreativen Arbeitsraum, der auch für Firmenveranstaltungen und Kundenempfänge genutzt werden kann.“
Im Innenhof gibt es zwischen dem Neubau und den Nachbargebäuden eine grüne Oase, die Zugang zur Cafeteria und zur Town Hall bietet. Auf dem Dach gibt es einen Garten mit Konferenzeinrichtungen und einem großartigen Blick über Berlin.
Lieferant des Natursteins war die SSG Solnhofen Stone Group. Es handelt sich um den Maxberg® Jura-Kalkstein.
Fotos: Franz Brück













