Von der Gestaltung her unaufgeregt sind die Formen, die die griechische Designerin Olga Tsouklis ihrem Schmuckstücken aus Marmor gibt: Kreis, Dreieck, Trapez, als Formen aus der Natur das Herz oder der Fisch, auch mal ein Schiffchen. Das liegt daran, das für sie der Stein im Mittelpunkt ihrer Arbeit steht: „Marmor braucht keine Verschönerung“, heißt es auf ihrer Webpage. Daraus wiederum ergibt sich ihr künstlerisches Konzept: „Das Weniger als Wert“.
mARTable hat sie ihre Marke genannt. Hintergrund ihrer Liebe zum Stein ist der Familienbetrieb nahe Thermi, einer Ortschaft östlich von Thessaloniki. Tsoukli Marbles heißt die Firma und wurde 1999 gegründet.
Dort kam sie früh mit der Schönheit des Materials in Kontakt. Aber erst über einen großen Umweg erreichte sie das Schmuckdesign: Sie studierte Business Administration und Informatik. In der praktischen Anwendung widmete sie sich der Prozessoptimierung (BPR) und Unternehmensarchitektur.
Daraus entstand die Idee für mARTable: „Es geht darum, das traditionelle Natursteinhandwerk neu zu interpretieren – indem massive Marmorblöcke in filigrane Objekte für den alltäglichen Luxus verwandelt werden. Ich entwerfe und fertige jedes Stück persönlich und achte dabei darauf, dass Struktur (Architektur) und Ästhetik (Kunst) in jedem Detail miteinander verschmelzen.“
Ein Beispiel ist, wie sie den uralten Mythos des Bösen Auges neubetrachtet: „Die Form ist sorgfältig herausgearbeitet und poliert, um die Reinheit des Steins zur Geltung zu bringen, während das Auge von Hand mit Emaille gemalt und mit Flüssigglas versiegelt wurde, damit es im Laufe der Zeit unverändert bleibt. Das Ergebnis ist ein Talisman, der Tradition mit Minimalismus verbindet – ideal für den Alltag, als Geschenk, für den Urlaub und für alle, die authentisches griechisches Design lieben und etwas tragen möchten, das Schutz bietet … und dabei stilvoll ist.“
Zu ihrer Arbeit am Stein schreibt sie auf ihrer Webpage: „Jedes Objekt beginnt mit einem Stück Marmor. Ein Material mit Gewicht, Struktur und unvorhersehbarem Verhalten … Bei seiner Bearbeitung geht es nicht um Kontrolle, sondern um Dialog. Ein ständiger Kompromiss zwischen dem, was man erschaffen möchte, und dem, was das Material selbst zulässt.“ Und schließlich: „Dies ist kein Schmuck im herkömmlichen Sinne. Es sind Objekte. Manche werden getragen. Manche existieren autonom im Raum. Der Körper ist nicht der Mittelpunkt. Er ist lediglich der Punkt, an dem das Objekt Bewegung erhält.“






