„Chinas Steinbranche befindet sich derzeit an einem entscheidenden Wendepunkt. Sie durchläuft einen Transformationsprozess, bei dem es im Kern um ein Mehr an höherwertigen Produkten, ein Mehr an umweltfreundlichen Verfahren und gänzlich neue internationale Marken geht.“ Das Zitat stammt aus einem Statusbericht, den der landesweite Verband China Stone Material Association (CSMA) auf der Messe in Xiamen 2026 präsentierte.
Weiter heißt es darin: „Künftig wird sich der Fokus des Import- und Exportgeschäfts von den großen Mengen hin zu Qualität und Effizienz verlagern. Durch Kernmaßnahmen wie der Diversifizierung der Marktstrategien, der Entwicklung umweltfreundlicher und hochwertiger Fertigungsprozesse, der Optimierung der Import- und Exportstruktur und der Angleichung an internationale Umwelthandelsregeln wird die Wettbewerbsfähigkeit der Branche kontinuierlich gestärkt und Chinas stetiger Wandel von einer bedeutenden Steinhandelsnation zu einer führenden Steinindustrienation vorangetrieben.“
Der Statusbericht gibt den Stand der Dinge im Jahr 2025 wieder.
Was die Nachfrage auf dem heimischen Markt angeht, geht der Verband von mehr umweltfreundlichem Bauen und deshalb mehr Nachfrage nach „grünen“ Produkten aus, also insgesamt von einer guten Ausgangslage für Naturstein. Ziel sei hier auch, „ein System für grüne Steinstandards“ zu etablieren.
Hier betont der Bericht, dass es in China einen Premiummarkt für Luxusgüter gibt: Viele Kunden wollen sowohl exklusive Steinsorten als auch hochwertiges Design, die heimischen Firmen sind dabei jedoch nicht wirklich gut aufgestellt. Daraus ergibt sich die „Förderung des Imports fortschrittlicher Verarbeitungsanlagen, umweltfreundlicher Technologien und intelligenter Produktionslinien zur Modernisierung der Industrie durch Anlagenmodernisierung“, so der Bericht.
Umgekehrt ist im Jahr 2025 die Nachfrage aus den traditionellen Luxusmärkten, insbesondere Südkorea und den USA, geschrumpft.
Insgesamt gilt für die Entwicklung von Chinas Steinbranche sowohl im Inland als auch im Ausland der Kernsatz „Weg vom Verkauf von Rohstoffen hin zum Verkauf von Design + Dienstleistungen + Standards.“
An dieser Stelle taucht in dem Bericht auch das Wort der „ganzheitlichen Lösungen“ auf.
Beim weltweiten Handelswachstum wird für das Jahr 2026 zwar eine deutliche Verlangsamung erwartet, zurückzuführen auf handelspolitische Unsicherheiten und Zollmaßnahmen. Aber: „China wird voraussichtlich weiterhin Wachstum verzeichnen“, wenn auch langsamer als bisher. „Mit Blick auf das Jahr 2026, das den Auftakt des 15. Fünfjahresplans bildet, steht die Entwicklung von Chinas Außenhandel – einschließlich des Steinhandels – vor Chancen und Herausforderungen zugleich, doch die langfristig positiven Fundamentaldaten bleiben unverändert.“
Raum für Wachstum sieht der Verband „in der kontinuierlichen Erschließung neuer Märkte im Rahmen der Neuen Seidenstraße“, also Südostasien, dem Nahen Osten und Osteuropa: „Die Sanktionen des Westens haben dazu geführt, dass traditionelle Lieferanten wie Italien und die Türkei sich aus dem russischen Markt zurückgezogen haben, was chinesischen Unternehmen die Chance bietet, die Versorgungslücke bei hochwertigen Steinen und Verarbeitungsanlagen zu schließen.“
Wir merken an: Wenn man die Ausstellerzahlen der Messe Stone Industry in Moskau des Jahres 2026 durchgeht, sieht man, dass das schon passiert ist.
Andere Länder, wie Vietnam, bauen ihre eigenen Steinverarbeitungskapazitäten aus, was in Zukunft zu weniger Nachfrage nach chinesischen Produkten im unteren und mittleren Preissegment führen könnte.
Die Abschaffung der Ausfuhrsteuerrückerstattung wird zu kurzfristigen Schwierigkeiten führen, so der Verband: „Ab April 2026 gilt in China die Mehrwertsteuerrückerstattung für 33 Kategorien von Steinprodukten (einschließlich verarbeiteter Marmorprodukte). Die Unternehmen werden dadurch etwa 10 % ihres Kostenvorteils einbüßen, was sich direkt auf das traditionelle Exportmodell auswirkt, das auf niedrigen Preisen und hohen Absatzmengen basiert.“
Unsere Bilder zeigen Präsentationen auf der Habitat Interior Design Exhibition (XHDLF) 2024 auf der Xiamen Stone Fair.
China Stone Material Association (chinesisch)



