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Architektur: Rillen für mehr Flankenhaftung

(Juni 2011) Eine Entwicklung der Firma Quirrenbach stößt für Pflasterungen die Tür zu neuen Einsatzgebieten auf: ihre Grauwackequader sind an den Seiten mit speziellen Rillen versehen, was die Flankenhaftung  erheblich verbessert. Damit können solche Beläge auch für Wege mit Belastungen wie bei Busverkehr verwendet werden, wie es in einer Pressemitteilung der Firma mit Sitz in Lindlar heißt.

In großem Stil kam die Neuheit jetzt bei der Bundesgartenschau in Koblenz zum Einsatz. Dort verläuft über die Promenade am Rhein ein Fernradweg, und die Stadt wollte sich die spätere Einrichtung einer Buslinie offenhalten. Zum Einsatz kamen in dem Bereich hoher Belastung die mit Rillen versehenen Pflasterquader mit einer Höhe von 15 cm bei 20 cm Breite und maximal 60 cm Länge.

Präzisionsarbeit gab es im Detail: So wurden die verschiedenen Typen von Kanaldeckeln exakt ausgemessen, um die runden Steine drumherum ebenso exakt anfertigen zu können. Auch hier war maximale Flankenhaftung das Ziel.

Die Oberfläche der Quader ist eben, so dass der Belag angenehm für Fußgänger und Radfahrer ist. Durch Flammen wurde die Farbigkeit erhöht und gleichzeitig die Rutschgefahr bei Regenwetter reduziert.

14.000 m² seiner Grauwacke hat Quirrenbach geliefert. Im Regelaufbau auf den nicht extrem belasteten Strecken wurden 10 cm dicke Formatplatten auf 5 cm Drainmörtel, 12 cm wasserdurchlässigem Asphalt (WDA) und einer Schottertragschicht aufgebracht. Im Bereich der potenziellen Busspur waren es 15 cm starke Platten auf 5 cm Drainmörtel über einer 20 cm Drainbetontragschicht und einer Schottertragschicht.

Aufgrund der Plattenlänge wurde eine gebundene Bauweise gewählt. Das Prinzip der so genannten weichen Fuge mit reduziertem Kunststoffanteil im Mörtel soll die thermischen Bewegungen der Platten, also die Spannung innerhalb der großen Fläche, möglichst abbauen, was jedoch die Anhaftung der Formatplatten reduzierte, heißt es in einer Pressemitteilung.

Kennzeichen des Familienbetriebs, der 1921 gegründet wurde, ist der innovative Umgang mit dem Material. „Weiter denken und individuelle Lösungen entwickeln ist unser wichtigster Anspruch“, so Frank Peffekoven, Mitglied der Geschäftsführung in der Pressemitteilung. Für die Rillen an den Pflastersteinen wurde sogar die Produktionslinie umgestellt.

Die Bundesgartenschau mit dem Motto „Koblenz verwandelt“ findet noch bis zum 16. Oktober statt. Eine ihrer besonderen Attraktionen ist die Treppenanlage, die hinter dem Schloss einen außergewöhnlichen Zugang zum Wasser öffnet. Auf dem Plateau Ehrenbreitstein gibt es die Ausstellung „Grabgestaltung und Denkmal“. Spektakulär ist auch die Seilbahn über Fluss und Uferpromenade zur Festung.

Heinrich Quirrenbach Naturstein

Bundesgartenschau 2011

Grabgestaltung und Denkmal

Fotos: Maria Schulz / Quirrenbach