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Stone Stories: aus unendlicher Ferne in irdische Zeitmesser

(Oktober 2011) Eine ungewöhnliche Marketingidee mit Steinen hat die Schweizer Uhrenfirma Louis Moinet sich einfallen lassen: Sie verwendet in ihren Zeitmessern der Luxusklasse originales Mondgestein oder versteinerte Dinosaurierknochen. Zum Beispiel im Modell „Magistralis“: hier zeigt ein kleines Zifferblatt die Mondphasen an – es enthält zwei kleine Scheibchen lunares Gestein.

Auch bei der Kollektion „Jules Verne“ tragen die Modelle einen Mini-Brocken vom Erdtrabanten in sich. Zu sehen ist er durch ein seitliches Bullauge auf der Höhe von 9 Uhr. Die Kollektion bekam in diesem Jahr einen der Red-Dot-Designpreise. Jedoch gab es die Auszeichnung weniger für das Accessoire aus dem Weltall, als für die innovative Bedienung der Uhr mit Hilfe von Hebeln.

Zurück zu den Weltraum-Steinen. Der winzige Mondbrocken in dem jeweiligen Modell stammt zwar wirklich vom Erdtrabanten. Jedoch brachten ihn nicht Raumfahrer mit.

Vielmehr gelangte er als Meteorit auf die Erde, und das ist es, was ihn so außergewöhnlich macht: ihn hatte ein Asteorid, der auf dem Mond einschlug, dort weggespengt. Vermutlich nach einer langen Reise durchs All hatte ihn die Anziehungskraft der Erde eingefangen, und er war in der Wüste Dhofar im Sultanat Oman niedergegangen. Das geschah im Jahr 2001, wie das Meteoritical Bulletin festhielt.

Solche Abkömmlinge von unserem nächsten Nachbarn im Weltraum sind noch viel seltener als die gewissermaßen gewöhnlichen Steinbrocken aus den Tiefen des Alls.

Noch weiter getrieben ist die Idee mit dem spacigen Material bei der Uhr „Astralis“. Sie hat ein zusätzliches Zifferblatt, in das vier Scheibchen aus verschiedenen Meteoriten eingepasst sind. Verwendet wurde wieder ein Scheibchen aus Dhofar 459, daneben auch ein Stück aus Jiddat al Harasis 479, der vom Mars stammt, eins aus Itqiy, der sich nahe der Sonne gebildet hatte, und schließlich eins aus Sahara 99555, der mit einem Alter von gut 4,5 Milliarden Jahren als der älteste Stein im gesamten Sonnensystem gilt. Er könnte vom Merkur stammen.

Auch bei der Neuheit des vergangenen Jahres ging es um Stein, Zeit und Raum. Das Modell trägt den Namen „Jurassic Tourbillon“, und bei ihm besteht das Zifferblatt aus speziell aufgearbeiteten Teilen eines versteinerten Dinosaurierknochens. Der ist etwa 150 Millionen Jahre alt und wurde in Nordamerika gefunden.

Neuheit in diesem Jahr war die Uhr „Geograph rainforest“. Bei ihr bestehen die beiden kleinen Zifferblätter aus versteinerten altem Palmenholz, das rund 70 Millionen Jahre alt ist. Die Firma unterstützt damit ein Projekt zur Rettung eines uralten tropischen Regenwalds auf Malaysia.

Die Firma Louis Moinet hat ihren Namen von dem berühmten Uhrmacher (1768-1853), der als gebürtiger Schweizer nach Paris ging, dort Kunstprofessor wurde und schließlich für Abraham-Louis Breguet als Berater fungierte. Breguet war einer der bedeutendsten Erfinder für Zeitmesser.

Die Firma mit Sitz in Saint-Blaise in der Schweiz stellt von allen ihren Modellen pro Jahr nicht mehr als insgesamt 1000 Stück her. Einige davon laufen in einer Limited Edition von nicht mehr als 60 oder sogar nur 12 Exemplaren.

Louis Moinet

Meteoritical bulletin

Fotos: Louis Moinet