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Kunst: Momentaufnahmen der kleinen Tiere

(November 2011) Eine Spinne auf ihrem Netz – lässt sich das in Stein machen? Die französische Bildhauerin Marion Rivière zeigt, dass es in Alabaster geht. Bei ihren Tierskulpturen hält sie häufig jenen kurzen Moment aus der Natur fest, wo ein Tier innehält und mit Vorsicht zum Betrachter blickt, um dann blitzschnell wegzuhuschen. Den Nachklang dieses visuellen und auch akustischen Eindrucks arbeitet sie in Stein oder Bronze aus, und dabei ist es gar nicht störend, dass etwa das Stachelkleid des Igels nur angedeutet oder das Fell des Eisbären makellos glatt ist.

Marion Rivière studierte Biologie, machte aber schon während ihrer Zeit an der Universität Versuche mit dem Modellieren und ließ ihre Kommilitonen dafür posieren. Eine Zeitung zitiert sie, wie sie schließlich das bevorzugte Material und die bevorzugten Motive fand: „Ich kann es mir auch nicht recht erklären, aber seit ich zum Stein kam, sind meine Skulpturen tierisch geworden.“

Sie ging nach Carrara, um einen Kurs zur Bildhauerei zu absolvieren, blieb für 9 Jahre dort und arbeitete in künstlerischen Werkstätten. Ihre Motive zeigen auch Menschen, dies unter dem Motto: „L’homme cet animal“ („Der Mensch, dieses Tier“).

Vor 2 Jahren ließ sie sich im Capcir nieder. Das ist jenes Plateau am Rand der Pyrenäen, das die Franzosen gerne als Klein-Kanada oder Klein-Sibirien bezeichnen. Für die Mittdreißigerin Rivière schloss sich mit dieser Rückkehr ein Kreis: in ihrer Kindheit hatte sie dort die Ferien bei Ihrer Großmutter auf einem Bauernhof verbracht.

Marion Rivière 

Fotos: Marion Rivière