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Miszellen: Mineralien in fremdem Gewand

(Dezember 2011) Es gibt Mineralien, deren äußere Form nicht mit ihrer chemischen Zusammensetzung übereinstimmt. Sie kommen gewissermaßen im fremden Gewand daher. Der Fachmann nennt sie Pseudomorphosen, der Laie wundert sich. Dr. Birgit Kreher-Hartmann, Kustodin der Mineralogischen Sammlung der Friedrich-Schiller-Universität Jena, erläutert, wie eine Pseudomorphose entsteht: „Wenn eine quarzhaltige Lösung ein vorhandenes Mineral ausspült, lagert sich der Quarz in den dabei entstehenden Hohlraum ein.“

Ein Beispiel: Wenn Krokydolith durch Quarz ersetzt wird, entsteht dabei das so genannte Tigerauge, ein Mineral, das als Schmuckstein verwendet wird.

Schöne Pseudomorphosen werden bis zum 23. März 2012 in einer Sonderausstellung in der Mineralogischen Sammlung der Universität Jena gezeigt. Die Schau trägt den hintersinnigen Titel „In Hülle und Fülle“, wobei das Wort „Hülle“ auf die äußere Erscheinung der Minerale anspielt. „Fülle zeigt an, dass sich tatsächlich sehr viele Pseudomorphosen finden lassen“, sagt Birgit Kreher-Hartmann.

Doch Vorsicht: Neben Pseudomorphosen kennen die Geologen auch Paramorphosen. Bei diesen Objekten handelt es sich um Substanzen, die in mehreren Modifikationen vorkommen. Als Beispiel nennt Dr. Kreher-Hartmann einen sechszähligen Hochquarz, der bei einer Temperatur von über 573 Grad Celsius entstanden ist. Dieser Quarz wandelt sich beim Abkühlen in die stabilere Struktur eines Tiefquarzes um, ohne die Gestalt als Hochquarz zu verlieren.

Quelle: Pressestelle der Universität Jena

„In Hülle und Fülle“, bis 23. März 2012 im Sonderausstellungssaal der Mineralogischen Sammlung (Sellierstraße 6). Geöffnet ist – bei freiem Eintritt – montags und donnerstags von 13 bis 17 Uhr. Kontakt