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Stone Stories: Einblicke ins Tertiär und Quartär

(Dezember 2011) „Wo sonst kann man Quartär und Tertiär, d.h. die letzten ca. 25 Millionen Jahre der Erdgeschichte, in ihrer Schichtenfolge … erfassen“, heißt es im Band 10 der Reihe Führer zur Geologie von Berlin und Brandenburg. Das soeben erschienene Buch widmet sich der Stadt Cottbus und dem Landkreis Spree-Neiße, wo sich der Braunkohletagebau durch die Landschaft gräbt und dabei vorübergehend ein Fenster in die Ablagerungen im Untergrund öffnet.

Nachdem die Wälder des Tertiärs als Entstehungsort der Braunkohle untergegangen waren, prägten mehrere Eiszeiten die Landschaft im Osten des heutigen Deutschlands. In dem Buch wird detailliert und anschaulich dargestellt, wie die mehrere 100 m dicken Gletscher Felsbrocken aus dem heutigen Skandinavien mitbrachten, wie sie die Landschaft abschliffen und wie sie, als sie den Warmzeiten wieder verschwanden, Massen an Findlingen sowie Moränen aus Geröll, Sand und Ton zurückließen.

Kennzeichen der Reihe ist, dass die Bücher nicht nur die Geologie und ihre Fragestellungen erklären, sondern auch die geologischen Sehenswürdigkeiten einer Region als touristische Ziele erläutern. Auch diesmal hat der Herausgeber, der emeritierte Professor Johannes H. Schroeder von der TU Berlin, Routen zu solchen Zielen zusammengestellt. 9 sind es insgesamt, sie führen durch den Tagebau oder durch verschiedene Eiszeitlandschaften. Genannt werden auch Ansprechpartner für Führungen.

Zwei der Exkursionen erkunden die Stadt Cottbus. Die eine tastet sich sozusagen an den Hauswänden entlang und benennt die Fülle von Natursteinen, die in den Fassaden oder auf den Wegen verbaut sind. Die Zweite führt durch den Spreeauenpark: der ist mit Abkömmlingen der Pflanzen aus der Braunkohlezeit gestaltet und zeigt unter anderem ein Kohlemoor und einen Sumpfwald. Einer der Höhepunkte ist der Stubben eines Mammutbaumes.

Übrigens: 4 Mammuts wurden in der Gegend ausgegraben. Die Rekonstruktion eines der Exemplare kann man im Museum der Stadt Forst bewundern. Im Museum der Verschwundenen Orte in Horno geht es wieder um Braunkohle: es dokumentiert die Dörfer, die der Tagebau verschlungen hat.

Führer zur Geologie von Berlin und Brandenburg Nr. 10: Cottbus und Landkreis Spree-Neiße, mit zahlreichen Fotos und Karten, 2011, 15 €, ISBN 978-3-928651-15-8, Bezug: Über den Buchhandel oder gegen Vorauszahlung beim Selbstverlag Geowissenschaftler in Berlin und Brandenburg e.V., TU Berlin, Sekr. ACK 9, Ackerstr. 76, 13355 Berlin.

Weihnachtsgeschenke für die Steingemeinde

Kalender Shells & Stones 2012 (Laurent Pinsard, teNeues Verlag, 12,95 €, ISBN 978-3-8327-5010-7): Fotos von Muscheln kombiniert mit Steinen.

Buch Ein Planet voller Überraschungen: Neue Einblick in das System Erde, (Reinhard Hüttl, Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 2011, 320 S., 49,95 €, ISBN 978-3-8274-2470-9): Vielfältige Aspekte der geowissenschaftlichen Forschung werden unterhaltsam und verständlich präsentiert. Die Themen reichen vom Magnetfeld der Erde über den Zusammenhang von Plattentektonik und Klima bis hin zu Mikroorganismen in der Tiefe des Erdmantels.

Buch Meisterwerke Antiker Technik (Klaus Grewe, Verlag Philipp von Zabern, 2010, 168 S., 34,90 €, ISBN 978-3-8053-4239-1): Beschrieben werden Brückenbauten und ähnliche Konstruktion, bei denen, da es Stahl noch nicht gab, Stein reichlich Verwendung fand.

Buch Dorfbrücke Vals. Fotografisches Tagebuch (Wilfried Dechau, Wasmuth-Verlag, 78 €, ISBN 978-3-8030-0721-6): Die Konstruktion verbindet die alte Technik des Steinbrückenbaus mit moderner Stahl- und Spannbetonkonstruktion. Der Autor hat die Etappen dieses Baugeschehens bis zur Verkleidung mit Valser Naturstein in Bildern festgehalten.

französisch: Eine Online-Buchhandlung für Fachliteratur für die Steinbranche unterhält die Zeitschrift „Pierre Actual“.

englisch: Buch Stone Walls: Personal Boundaries (Marianna Cook; Damilani Editors, 192 S., 50 $, ISBN 978-88-6208-169-6): Die US-amerikanische Künstlerin sammelte in ihrem Buch Fotos von Steinmauern aus der ganzen Welt.