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Miszellen: die Kontinente in Bewegung

(Januar 2012) Er stellte gewissermaßen das damalige Weltbild auf den Kopf, besser: versetzte die ganze Welt in Bewegung: am 6. Januar vor 100 Jahren präsentierte Alfred Wegener seine Theorie der Kontinentalverschiebung, nach der die großen Platten der Erdkruste auf einem heißen und flüssigen Erdinneren schwimmen und dabei zum Beispiel Gebirge auffalten oder Ozeanbecken aufreißen. Dem Forscher widmet sich eine Ausstellung bis Ende 2012 im Senckenberg Museum in Frankfurt/Main, dem Ort seines Vortrags von damals.

Was heute allgemeiner Stand des Wissens ist, war 1912 eine Sensation, für viele gar ein Affront. Denn zunächst einmal kam Wegener nicht aus den Geowissenschaften, sondern war Meteorologe und Polarforscher. Dann war sein Postulat einer Welt in permanenter Bewegung wieder so eine Idee ähnlich jener von Charles Darwin, der rund 50 Jahre vorher postuliert hatte, dass auch die Tier- und Pflanzenarten und genauso der Mensch einem dauernden Prozess der Veränderung (als Anpassung an die Umwelt) unterworfen seien.

Noch heute kämpfen die so genannten Kreationisten, strenggläubige Bibelleser, gegen diese Weltsicht.

Die Sonderausstellung „Weltbewegend – Alfred Wegeners Theorie wird 100“ verfolgt an acht Stationen das Leben des Wissenschaftlers. Dabei geht es unter anderem in die Luft und ins ewige Eis: Mit seinem Bruder Kurt stellte Wegener einen Weltrekord im Ballonfahren auf. Der Gasballonkorb in der Ausstellung zeigt, wie klein die Fläche war, auf der die Brüder 52 Stunden lang ausharrten.

Mit nur 25 Jahren nahm Wegener an der ersten von insgesamt drei Polarexpeditionen teil. Bei seiner letzten Reise wollte er im ewigen Eis überwintern, was er mit dem Leben bezahlte.

An einer Audiostation in der Ausstellung kann der Besucher erahnen, wie sich Wegener bei der Präsentation vor 100 Jahren vor den Koryphäen der Wissenschaft gefühlt haben mag. Zu hören sind ebenso Auszüge aus dem Abenteuerroman „Alles Land“ von Jo Lendle, der das Leben Wegeners als unbeugsamen Freidenker und tragischen Helden portraitiert. Fotos und Filmaufnahmen ergänzen das Bild des Abenteurers.

„Weltbewegend – Alfred Wegeners Theorie wird 100“, bis Ende 2012 im Senckenberg Museum, Frankfurt/Main

Fotoquelle: Alfred- Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung