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Stone Stories: Trinkvergnügen im 18. Jahrhundert

(Februar 2012) Die Sanierung der Unterhaider Felsenkeller, einer weitläufigen Anlage im Sandstein, wird von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz mit Mitteln in Höhe von 23.000 € gefördert. Der nach dem legendären König und angeblichen Biererfinder Gambrinus benannte Gewölbetrakt gilt als bedeutendes Beispiel für die Freizeitkultur vergangener Jahrhunderte und war zuletzt akut einsturzgefährdet.

Felsenkeller dienten in früheren Zeiten der Kühlhaltung von landwirtschaftlichen Erzeugnissen. In Franken besaßen sie wegen der hohen Brauereidichte eine besondere Bedeutung, weil in ihnen das Bier gelagert wurde und gleich nebenan der Ausschank mit dem dazugehörenden Freizeitvergnügen stattfand.

In der fränkischen Gemeinde Oberhaid unweit von Bamberg hat sich im Ortsteil Unterhaid eine solche Kelleranlage erhalten. Sie liegt an einem teilweise gepflasterten Hohlweg und birgt auf einer Strecke von 165 Metern 29 Einzelkeller, darunter den Sommerkeller einer Brauerei.

Dazu gehören auch ein Kellerhaus, eine Kegelbahn und zwei Terrassen. Nach einer Inschrift wird die Anlage auf das Jahr 1727 datiert.

Die Gewölbe im Felsen sind teils geradlinig angelegt, aber es gibt auch verwinkelte Doppelkeller oder solche mit hakenförmigen Stollen. Die Anlage verkörpert in nahezu beispielhafter Vollständigkeit und mit zahlreichen Facetten den Umgang der ländlichen bayerischen Bevölkerung mit dem Grundnahrungsmittel Bier, heißt es in einer Pressemitteilung der Stiftung Denkmalschutz: Denn im Sommerkeller, in dem der gelagerte Gerstensaft auch gleich ausgeschenkt wurde, fand das soziale Leben mit ländlichen Vergnügungen statt.

Im Jahr 2012 soll die Anlage in einem Event künstlerisch ausgeleuchtet werden, meldet das Lokalzeitungsportal In Franken.

Quelle: Deutsche Stiftung Denkmalschutz

Fotos: Gemeinde Oberhaid