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Architektur: Kochen in edlem Ambiente

(April 2012) Mut in Sachen Gestaltung zeichnete die Einreichungen für den Designwettbewerb der österreichischen Steinmetzinnung aus. Wir zeigen einige Beispiele, weitere Arbeiten folgen in späteren Ausgaben. Die Organisation des Wettbewerbs hatte das Steinzentrum Hallein inne.

Steinzentrum Hallein

„Black is Back“ ist der Titel der Kochzeile, die ihrem Namen alle Ehre macht. Die Arbeitsplatte mit den Maßen 400 x 94 cm ist in poliertem Granit Nero Assoluto ausgeführt. Die Fronten aus Holz und Kunststoff sind mit einem Speziallack seidenmatt gestaltet. Dahinter verbergen sich die Unterschränke. Die unterschiedlichen Oberflächen beleben das Bild und lassen diese richtig große Kochzeile im Raum vergleichsweise klein erscheinen.

Ausgeführt hat die Arbeiten Steinmetzmeister Franz Reinisch mit Firmensitz in Hainsdorf. Das 1985 gegründete Unternehmen mit 10 Filialen beschäftigt in der Hauptsaison rund 50 Mitarbeiter. Es zeichnet sich durch qualitativ hochwertige Arbeiten aus, wobei Chef und Mitarbeiter sich gern an ungewöhnlichen Herausforderungen messen. Hier war das unter anderem die Ausführung der Fuge für die beiden Teile, aus denen sich die Arbeitsplatte zusammensetzt – man sieht nichts davon.

Auftraggeber war ein Küchenunternehmer, der ebenfalls ein Faible für innovatives Design hat. Solche Leute findet man heutzutage nicht mehr nur in den Großstädten: „Black is Back“ befindet sich in Feldbach, das ist ein Städtchen in der Steiermark mit gut 4500 Einwohnern. Die Küche errang einen der Preise.

Steinmetzmeister Franz Reinisch

Ohne Prämierung blieb das Projekt mit dem schlichten Titel „Die massive Arbeitsplatte“ vom selben Betrieb. Es hat es jedoch in sich: der Granit Grigio Glox ist 10 cm dick, das über eine Fläche von 223 x 77 cm, was (minus das Ceranfeld) ein Gewicht von ungefähr 430 kg zur Folge hat. Der Transport von solch einem Brocken sei „kein Thema“, schrieb uns Tochter Christa Reinisch auf Anfrage. Allerdings brauche man nachher 6 Leute, um das Stück im Haus an Ort und Stelle zu tragen. Die Unterkonstruktion benötige lediglich verstärkte Leisten.

Der Grund für die massive Ausführung der Arbeitsplatte war, der kleinen Kochnische auch optisch Gewicht zu geben. Dafür hatte man noch einen weiteren Trick angewandt: die Arbeitsplatte mit dem Spülbecken an der Wand ist auf die Steinplatte aufgelegt, nicht einfach nur angesetzt.

Steinmetzmeister Franz Reinisch

Demgegenüber unauffällig ist die Küche „Quarzit Brown“, die Steinmetzmeister Franz Reich entworfen und realisiert hat. Das Ungewöhnlichste ist, dass man ihr die Küche nicht ansieht: wäre da nicht das Waschbecken und das Kochfeld, könnte sie auch eine große Kommode sein, die an die Säule im Raum angelehnt ist. Das Projekt bekam einen der Preise.

„Ich mag es gerne, die Dinge anders als üblich zu gestalten“, sagt Franz Reich zu seinem Design. Das wissen seine Kunden zu schätzen, die oft mit eher vagen Vorstellungen zu ihm kommen und dann von ihm kreative Vorschläge erwarten.

Im Fall von „Quarzit Brown“ wollte Reich den Eindruck von Ruhe erreichen. Das gelang ihm durch die großen Flächen mit der Arbeitsplatte aus einem Stück (an der langen Seite 280 x 130 cm) und den Fronten der Schubladen. Das bringt auch die Strukturen im Stein gut zur Wirkung.

Verstärkt wird der Eindruck von Ruhe noch dadurch, dass es an den Schubladen keine Griffe gibt. Sie werden durch Antippen in Bewegung gesetzt. Was aber, wenn der Motor ausfällt? Der Steinmetz weiß Rat: die Fronten der Schubladen sind auf der Rückseite schräg angeschnitten – so kann man sie auch mit dem Finger aufziehen.

Seit 1886 gibt es das Unternehmen Steinreich, gegründet vom Urgroßvater der Familie. Franz Reich hat sich auf hochwertigen Innenausbau spezialisiert. „Die Dinge kreativ anzugehen ist meine Leidenschaft“, sagt er. 10 Mitarbeiter hat die Firma und kooperiert bei besonderer Nachfrage auch mit Partnern.

Steinreich

Fotos: Firmen

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