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Architektur: Kochen in edlem Ambiente

(Juni 2012) Ehemals, genauer: vor zirka 20 Millionen Jahren, lag die heutige Schweiz etwa in der Gegend des Bodensees an einem ruhigen Meeresarm, in den die Flüsse Sand einspülten, der in immer dickeren Sedimenten allmählich kilometertief absank und dort unter Hitze und Druck zu Stein wurde. Am Rorschacher Sandstein lässt sich noch mehr Erdgeschichte ablesen: etwa dass jener Meeresarm ruhige Wasser hatte, weshalb ein Feinsandstein beinahe ohne Störungen gebildet wurde. In den meterdicken Schichten gibt es heute nur gelegentlich Lagen von Ton, die wiederum von Perioden mit heftigen Stürmen künden.

Wir zeigen eine Küche, deren Arbeitsplatte die Schweizer Firma Bärlocher aus Rorschacher Sandstein hergestellt hat. Der Stein ist 4 cm dick und geschliffen.

Kennzeichen der Küche ist, dass der Herd mitten im Raum steht, jedoch nicht als Kochinsel ausgeführt wurde. Durch die Anbindung an die Arbeitsfläche entlang der Wand gewann man den Platz für eine Spüle unmittelbar neben der Kochstelle dazu.

Sehr edel wirkt das Arrangement, gleichzeitig aber auch unauffällig. Das liegt unter anderem am Stein, der mit seinem gleichmäßigen Gefüge kaum ins Bild springt. Auch seine Dicke von 4 cm wirkt sozusagen beruhigend auf die Erscheinungsbild.

Es gibt den Rorschacher Sandstein neben dieser gelblich-grauen Variante auch mit einem Touch ins Grüne oder Bläuliche. Das Foto zeigt eine bläuliche Arbeitsplatte aus massivem Stein.

Übrigens: Die Schweiz bekam ihr heutiges Gesicht im Zuge der Auffaltung der Alpen. Damals wurden jene Sandsteinschichten wieder aus dem Untergrund hochgedrückt und kamen leicht schräg an die Oberfläche. Vor gut 100 Jahren begann der Urgroßvater des heutigen Firmenchefs den Steinbruchbetrieb.

Bärlocher AG

Fotos: Bärlocher AG

Die USA sind weltweit nicht nur einer der interessantesten Verbraucher von hochwertigem Naturstein. Auch als Produzent haben sie einiges zu bieten, auch wenn das nicht so bekannt und mengenmäßig nicht so bedeutsam ist. Zum Beispiel der Danby Marble der Firma Vermont Quarries: es handelt sich um einen weißen Marmor, der häufig für Küchenarbeitsplatten verwendet wird und es am Montreal Museum of Fine Arts, an der Federal Reserve von Virginia oder am Idaho State Capital auch schon zu Bekanntheit brachte.

Gewonnen wird er seit 1902 in einem unterirdischen Steinbruch in den Bergen des Bundesstaats Vermont. Die Anlage zieht sich heute rund 2,7 km tief in den Berg hinein und ist damit nach Firmenangaben der weltweit größte derartige Bruch. Wir zeigen eine private Küche mit der Sorte Eureka Calacatta Danby Marble.

Es gibt 10 unterschiedliche Sorten des Danby Marble. Sie unterscheiden sich in der Art und Stärke ihrer Maserung. Gemeinsam ist allen eine sehr geringe Porosität: die Wasseraufnahme liegt bei 0,07, was für einen Marmor außergewöhnlich ist und sogar einen besseren Wert als bei manchen Graniten darstellt.

Vermont Quarries

Fotos: Mark Woolcott Photography

Materialwechsel: Engineered Stone. Die Küchenidee „Shaping Silestone“ („Silestone formen“) auf der diesjährigen Möbelmesse in Mailand war in mehrfacher Hinsicht international: Auftraggeber war die spanische Cosentino Group, Designer waren die Brasilianer Fernando und Humberto Campana, und herauskam die Form eines Schweizer Armeemessers.

Die Arbeitsflächen beziehungsweise der Esstisch sind wie ausgeklappt, haben unterschiedliche Ebenen und liegen um einen imaginären Drehpunkt, so dass viele der Wege zwischen den einzelnen Bereichen kurz sind.

Material ist der Engineered Stone Silestone, eine Kombination von Quarzpartikeln mit Harz als Klebstoff. Eingearbeitet in den Fuß aus Holz sind verschiedene Ablagen sowie Spülbecken der Modellreihe „Integrity“. Zusätzliche Arbeitsflächen können ausgeklappt werden.

Die 2. Produktidee von Cosentino kam von schwedischen Designern: das Studio „Form us With Love“hat eine Vase aus Silestone-Ringen konzipiert. Je nach Gusto können die Ringe um einen inneren Wasserbehälter aus Metall gestapelt werden. Die Höhe beträgt gut 40 cm.

Silestone

Fernando and Humberto Campana

Form us With Love

Fotos: Silestone

Noch ein Wort zu dem oben genannten Spülbecken „Integrity“: Cosentino hat hier ein Verfahren entwickelt, bei dem sich aus dem Silestone eine Arbeitsplatte inklusive Spülbecken pressen lässt. Der Vorteil davon ist, dass es keine Fuge gibt, die abgedichtet werden müsste und die im Lauf der Zeit unansehnlich würde.

Das Einzelbecken „Integrity One“ hat die Größe 41 x 51 x 15,5 cm. Das Doppelbecken „Integrity Due“ ist in den Maßen 37 x 34 x 15,5 cm beziehungsweise 37 x 51 x 15,5 cm erhältlich.

Silestone

Fotos: Silestone