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Architektur: Hotel im Zeichen des Schiefers

(Juli 2012) Es wäre einmal interessant zu erfahren, warum man in verschiedenen Sprachen jeweils anders schläft: im Englischen kann man es wie ein Baumstamm tun, im Spanischen ebenfalls, im Portugiesischen oder Deutschen wählt man meist die Variante wie ein Stein, im Französischen wahlweise so oder so.

Wieso wir darauf kommen? Wir haben diesmal das Skifer Hotel im norwegischen Oppdal als Thema, und auf dessen Webpage war mal zu lesen „Her kan du sove som en stein“ (Hier kannst Du schlafen wie ein Stein). Skifer heißt nämlich in der Landessprache Schiefer, und der kommt bei dem Neubau reichlich vor.

Ausdrücklich wollten die Architekten von Kristiansen & Bernhard Arkitektur-Interiør dem Gebäude ein landestypisches Erscheinungsbild geben. Das beginnt mit der Fassade: Sie ist wie ein Trockenmauerwerk aus Schiefer gestaltet, so wie man es von uralten Gebäuden kennt. Allerdings kommt hier Beton und eine Wärmedämmung dazu. Die Mauer ist 30 cm dick, davon sind 10 bis 20 cm Stein.

Künftig könnte man in diese sozusagen moderne Variante einer Trockenmauer zusätzliche Fenster oder Türen brechen, ohne dass sie auseinanderfällt.

Dass die Konstruktion als Fassade über 4 Stockwerke überhaupt bezahlbar ist, hängt mit einer Besonderheit des verwendeten Oppdal Schiefer (geologisch korrekt: Glimmerschiefer-Quarzit) zusammen: er lässt sich leicht in handliche Brocken spalten, die dann wie Backsteine ebene Seiten haben und sich stapeln lassen.

Eine besondere Herausforderung war dabei die Fassade über den Fenstern.

Im Inneren taucht das Trockenmauerwerk aus Schiefer wie ein Leitmotiv der Gestaltung auf, so an der Rezeption und am großen Kamin in der Lounge.

Auf dem Fußboden liegen großformatige Schieferplatten mit antik gebürsteter Oberfläche. Hier ein Foto aus dem obersten Stockwerk.

Im Wellnessbereich in der 3. Etage kommt zur Sorte Oppdal (geologisch korrekt: Glimmerschiefer-Phyllit) noch die Sorte Otta hinzu und mit ihr die Oberflächenvariante poliert.

Als einen der Höhepunkte der Gestaltung wollen wir noch auf den Kamin mit poliertem Schiefer hinweisen.

Dass der Wellnessbereich den Namen „Minera velvaere“ trägt, hängt auch mit dem Schiefer zusammen: Minera Skifer heißt die Lieferfirma für den Stein. Sie macht hier ein Marketing, wie man es sonst nur von großen Konzernen bei Sportstadien kennt. Ausgeführt wurden die Steinarbeiten von Norheim Natursten, das ebenfalls in Oppdal zuhause ist.

Minera Skifer

Norheim Natursten

Kristiansen & Bernhard Arkitektur-Interiør

Skifer Hotel

Fotos: Minera Skifer