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Stone Stories: das steinerne Dach wieder dicht machen

(Juli 2012) Das Weserbergland hat eine Besonderheit in Sachen Naturstein: Dort wurden früher viele Dächer mit dem lokalen Sandstein gedeckt, und auch an Fassaden findet man ihn (wie in anderen Regionen den Schiefer). Die Duhne Mühle in Negenborn im Landkreis Holzminden ist ein Beispiel für diese Materialverwendung. Für die Sanierung des Dachs stellte die Deutsche Stiftung Denkmalschutz kürzlich Fördermittel in Höhe von 15.000 € bereit. Der Förderbetrag wird durch EU-Mittel kofinanziert.

Das Ensemble gilt als herausragendes Beispiel für eine Mühlenanlage aus vergangenen Zeiten. Es besteht aus Mühlengebäude, Stall und Scheune inklusive heran geleitetem Bach.

Errichtet wurde es im Jahr 1756 und gehörte lange zum Kloster Amelungsborn.

Seit dem 19. Jahrhundert befindet es sich in privatem Besitz. Die Eigentümer, so stellt die Denkmalstiftung in einer Pressemitteilung heraus, habe schon sehr viel Zeit und Geld in den Erhalt der Anlage gesteckt. Unter anderem wurde die Mühlentechnik aus den 1930er Jahren wieder betriebsgerecht saniert, so dass sie etwa zum Tag des Denkmals Besuchern vorgeführt werden kann.

Die Sanierung des Dachs und seiner hölzernen Konstruktion stellte nun ganz besondere Anforderungen. „Nicht nur sind die Sandsteinplatten sehr schwer, auch das Wissen um die richtige Verlegung geht immer weiter zurück“, heißt es wie es in einer Kurzdarstellung der mit den Arbeiten betrauten Bauhütte Formann, Nobis, Danz – Partner aus Mühlhausen in Thüringen. „Besonders die hohe Anzahl der mit Mörtel sauber zu verschließenden Grate mit Haarkalkmörtel machte die Arbeit an der Duhne Mühle zu einem ,Geduldsspiel’.“

Die Spezialisten der Bauhütte warnen: „Die Region verliert immer mehr ihre typischen Dächer und immer weniger Betriebe sind in der Lage, die spezielle Sandsteinplattenverlegung korrekt auszuführen.“

Bauhütte Formann, Nobis, Danz – Partner

Duhne Mühle

Fotos: Andreas Formann